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Sitzungen der Fiskus beanspruchen konnte. Dies ist aber gar nicht
der Fall; der Erzbischof ist nicht Besitzer von Frankenhausen noch
Eigentümer der dortigen Salzwerke, sondern es gehören ihm nur vier
Salzpfannen an den letzteren; diese Salzwerke selbst waren schon zur
Merovingerzeit königlich, wie dies sowohl von v. Koch-Sternfeld II 70,
wie oben zu Urkunde 16 dargetan sein dürfte. Keinenfalls beweist die
Urkunde, wie Böhlau p. 13 meint, daß die Kölner Erzbischöfe nur
deswegen einen Teil der Frankenhauser Salzpfannen besaßen, weil sie
etwa zu einem ideellen Teile Mitbesitzer des Fleckchens Erde waren,
wo jene seit uralten Zeiten bekannte Quelle zu Tage gehoben wurde.
Die Urkunde 37 vom Jahre 1103 enthält eine Schenkung Herzog
Heinrich von Kärnthens an die Abtei St. Lambert zu Sevon (Seuwa). Sie
ist im thesaurus anecdotorum von Pez, tom. VI, pars I p. 283, 284, 285
abgedruckt. Der Herzog schenkt in derselben mehrere Orte mit vielen
Regalien, so Judenburg cum usu, qui muta dicitur, theloneo et praeter-
euntium merce, ferner Linthe cum piscina, molendinis, piscatoribus,
sodann;
vallem Avelnice cum Ecclesia ibidem constructa et minlsterialibus
haue habitantibus cum omni utilitate, sylvis, pratis, cul-
tis locis et incultis salino et rudere, quod Arie dicitur, castoribus
et marconibus.
Zunächt ergibt sich aus dieser Urkunde, daß Herzog Heinrich
viele Regalien besaß; es dürfte daher nicht auffallen, daß ihm eine
Saline und Erzbergwerke zustanden. Nach den Worten; „ministeriali-
bus hanc (vallem) habitantibus“ ist anzunehmen, daß die Bergwerke in
jenem Tale von Privatpersonen besessen und betrieben wurden, daß
diese aber dem Herzoge, als ihrem und der Bergwerke Herrn Ab
gaben zu entrichten hatten. Daß der Herzog Eigentümer der Berg
werke gewesen ist, weil er zur Oberflächennutzung befugt war, beweist
die Urkunde nicht. Im übrigen läßt sich dartun, daß das Recht auf
den Salz- und Erzbergbau mit dem Besitze jener Gegend durch kaiser
liche Privilegien verbunden war. Im Jahre 1025 erhielt nämlich eine
Edelfrau Beatrix vom Kaiser Konrad in der obersteierischen Waldmark
100 Huben königlichen Saalbodens; „cum usu salis et rudere, quod
Arz dicitur.“ Dies teilt aus dem Lambrechter Saalbuche v. Muchar
im dritten Teile seiner Geschichte des Herzogtums Steiermark S. 90
unter Bezugnahme auf Pez, Anekd. VI p. 285 mit, d. i. die hier
besprochene Urkunde, v. Muchar bemerkt gleichzeitig, daß die der
Edelfrau Beatrix geschenkten Huben mit den darauf ruhenden Rechten