Full text : Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

268

Afterverleihung  zu  zahlen  hat  und  sonst  drücken  eigen  und  Eigentum
den  Gegensatz  des  Rechts  an  dem  unmittelbar  verliehenen  Felde  zum
afterverliehenen  Felde  aus.
Die  Richtigkeit  dieser  Ansicht  dürfte  sich  aus  nachstehenden  Stellen
ergeben.  Freiberger  Bergrecht  Abschnitt  I  Kap.  32  x ;
„Ist  daz  yemandt  seyner  teyl  verlyhet  eynem  andern,  iz  sy  an
bergen,  Stollen  adir  lehen,  um  eyn  eygenschaft,  sy  sy  gros  adir
kleyne,  yst  daz  jener,  der  sy  zcu  lebenschafftyn  entphahen  hat,
ym  seyner  eygenschaft  nycht  angybt,  sy  sy  gros  adir  kleyne,
wenig  adir  viyl,  er  verlyget  sie  mit  rechte  und  dy  lehenschaft
do  myte.“
Const.  Metallicae  Wenzeslai  II,  Hb.  III,  cap.  1  1  2
„laneos  autem  pro  certa  proprietate  concessos.  “
Jura  et  libertates  Silvanorum  3 :
„Id  ne  mach  nen  medinge  (Mietung,  conductio)  noch  nen  lenscap
(Dehnschaft)  nen  eghen  (eigen)  krieghen,  wen  en  eghen  en  eghen.“
Wer  seine  Grube  (vom  Hauptbeliehenen)  in  Pacht  oder  Dehnschaft
hat,  kann  kein  eigen  damit  gewinnen;  Goslarer  Berggewohnheiten 4  5 :
Art.  10.  „Wur  en  medinge  oder  eghen  lieft  an  kameren  oder
an  delen  (Teilen).“
Art.  26.  „Et  en  mach  nement  vor  del  to  ener  groven  gheven
so  en  hebbe  dar  medinge  oder  lenscap  oder  eghen  oder  len.“
Diesem  Sprachgebrauche  entsprechend  nahm  eine  ältere  Theorie
in  vielen  Fällen  und  namentlich  im  Dehenrechte  ein  geteiltes,  ein  mehrfaches ­
  Eigentum  an  derselben  Sache  an.  Dieser  Theorie  huldigte  noch
das  Preußische  Dandrecht 6 ,  das  sowohl  dem  Dehnsherrn  als  dem  Dehnsvasallen
  ein  Eigentum  zusprach.  Es  ist  deshalb  nicht  auffällig,  daß
das  Dandrecht  von  einem  Bergwerkseigentume  spricht,  obwohl  es  den
Bergwerkseigentümer  nur  als  „Dehnträger“  des  Staates  ansieht 6 .
Die  heutige  Theorie  verwirft  überwiegend  die  Annahme  eines
mehrfachen  Eigentums  an  derselben  Sache  und  spricht  dem  sogenannten

1  Klotzsch  S.  248.
2  S.  auch  lib.  IV,  cap.  I  (Schmidt  I  62):
„concessio  est  de  persona  pro  quota  parte  lucri  concessi.  rei  translatio
aliam  in  personam.
3  Wagner,  Corp.  jur.  met.  S.  1021  ff.
4  Achenbach,  Deutsches  Bergrecht  I,  246.
5  Teil  I  Titel  8,  §§  16  ff.
6  §  4  Teil  I  Titel  18,  §  105  Teil  II  Titel  io  a.  a.  O.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.