Full text: Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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und dem Grund(Dorf-)herrn. Der erstere kann sich in Höhe eines 
Zweiunddreißigstels am Gewinn und Verlust des Bergbauunternehmens 
beteiligen. 
Abschnitt I Kap. 36 *: 
„Wo man Erz suchen wyl, daz mag man wol thun, unde daz sal 
von rechte nynannt weren. Kumet jener, dez daz erbe adir daz 
feit yst, unde fordert syn Ackkyrteyl, daz yst eyn czwey und 
drysygteyl, unde bietet syne Kost wyssenlichen czweyn erhaftigen 
mannen 
der hat yz mit rechte, „der Dorf herre hat daran nicht.“ 
Dem Grund(Dorf-)herrn gehören die Einkünfte aus den Badstuben 
und Fleischbänken. In dem Kapitel 12 des II. Abschnitts, „das capitlein 
von den gemessynen bergen und wy man messyn sulle“ 1 2 , finden sich 
genaue Vorschriften darüber, wie die verliehenen Lehen bauhaft zu halten 
sind. Die Lehen, welche drei Tagesschichten an drei Arbeitstagen 
hintereinander nicht bauhaft gehalten sind, „verliegen sich“ und der 
Oberbergmeister darf „ume der herschaft recht“ sie verleihen, an wen 
er will. Die Lehen des Landesherrn und der Landesherrin verliegen 
sich niemals. 
Aus den Bestimmungen des Freiberger Bergrechts ergibt sich 
unzweifelhaft, daß der Bergmann nicht aus eigenem Rechte als Okkupant 
oder Finder, sondern kraft der Verleihung „von uns herrn wegen“ oder 
„um der Fürstin Recht“ Grubenfelder erhält. Ebenso unzweifelhaft läßt 
das Bergrecht erkennen, daß die Bergwerksmineralien kein Zubehör 
zum Grund und Boden sind, sondern dem Landesherrn gehören, der 
über sie in seinem Interesse verfügt 3 . Einen Unterschied zwischen 
Gemeindegenossen und Fremden, wie zwischen der Allmende und dem 
Privatlande kennt es nicht. 
Es erübrigt nunmehr die Frage zu erörtern, wie die Markgrafen von 
Meißen in den Besitz des Bergregals gekommen sind. Bereits Klotzsch hat 
diese in seinem mehrfach angeführten Werke (Kap. XX) genügend 
beantwortet. Die Markgrafen zu Meißen waren vom Kaiser mit dem 
Bergregal innerhalb des Margrafentums belieben worden. Dies sagt 
1 Klotzsch S. 250, 251. 
2 Klotzsch S. 262 ff. 
2 Vgl. auch die Stelle bei Klotzsch S. 270: „umme myns hern czenden sy 
wollen silber und ire arbeit darlegen“; S. 271, 276: „myme herrn czu nucze und 
euch yn selber“ — wie labore proprio et sibi et rei publicae commoda comparare 
in Const. 1, Cod. Just, de met. (1, 6).
	        
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