Full text : Die Theorie der Volkswirtschaft

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somit  ein  weiterer  Begriff  als  der  technische  Fortschritt.  Denn
die  Erhöhung  der  Arbeitsproduktivität  kann
nicht  nur  durch  den  technischen  Fortschritt,  sondern  auch  durch
andere  Ursachen  hervorgerufen  werden.  So  z.  B.  durch  bessere
Ernährung  der  Arbeiter,  durch  höhere  Bildung,  durch  Fachkenntnisse, ­
  schließlich  auch  durch  die  Stimmung  der  Arbeiter.  Unter
der  Erhöhung  der  Arbeitsproduktivität  versteht  man  die  Produktion ­
  eines  größeren  Quantums  von  Gegenständen  durch  einen
Arbeiter  in  einer  Zeiteinheit  als  Folge  verschiedener  technischer,
sozialer  und  individueller  Momente.*)
Die  Entwicklung  der  Produktivkräfte  der  Bevölkerung ­
  eines  Gebietes  oder  eines  Landes  kann  gewiß  eine  Folge
der  Entwicklung  der  Arbeitsproduktivität  sein.  Sie  ist  aber  auch
bei  einer  Konstanz  der  Arbeitsproduktivität  möglich,  und  umgekehrt: ­
  auch  bei  einer  Steigerung  der  Arbeitsproduktivität  kann
ein  Stillstand  in  der  Entwicklung  der  Produktivkräfte  der  Bevölkerung ­
  irgendeines  Gebietes  oder  Landes  eintreten.  So  können, ­
  wenn  ein  großer  Teil  der  Bevölkerung  der  produktiven
Arbeit  durch  den  Militarismus  entzogen  ist  oder  ein  großer  Teil
der  Erzeugnisse  „unproduktiv“  verbraucht  wird,  bei  gleichzeitigem ­
  Steigen  der  Produktivität  der  (selbständigen  sowohl  als
auch  der  unselbständigen)  Arbeit  die  Produktivkräfte  der  Bevölkerung ­
  sinken.
Steigt  die  Zahl  der  unproduktiven  Arbeiter,  wie  der  Dienerschaft ­
  usw.,  so  vermindern  sich  die  Produktivkräfte  des  Landes.
Umgekehrt  steigen  die  Produktivkräfte  der  Bevölkerung,  wenn
sich  die  Zahl  der  produktiven  Arbeiter  vermehrt,  obgleich  die
Produktivkraft  der  Arbeit  unverändert  bleibt.  Folglich  ist  unter
dem  Begriff  der  „Entwicklung  der  Produktivkräfte“ ­
  nicht  die  Änderung  in  einer  einzelnen
Unternehmung,  sondern  der  gesamte  Prozeß
der  wirtschaftlichen  Entwicklung  einer  Gegend ­
  oder  eines  ganzen  Landes  zu  verstehen.
Die  Produktivkraft  der  Bevölkerung  kann  also  durch  den

)  Siehe  auch  Kapital  I,  6.  Aufl.,  S.  278—279.
            
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