Full text: Wirtschaft als Leben

Methodologische Glossen, XX. 
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stehen und umgekehrt wieder auf Probleme zurückführen, gilt natürlich 
auch für die Nationalökonomie. Mithin wird auch deren Theorie rich 
tiger Haltung schon bei der Problementwicklung fortwährend zu 
Lösungen gedrängt und bereichert sich so um ihre derberen Inhalte, 
die Theoreme. Dann aber sind es Theoreme nicht von jener stumpfen 
Art wie in der „Güterlehre“, keine bloßen Lösungsversuche für eine 
starre und kaum bewußte Problematik; es vollzieht sich also kein 
leidiges Kneten und Umkneten, kein hoffnungsloses Herumtasten an 
den so vagen Lösungsmöglichkeiten eines völlig unentwickelten Pro 
blems, von dem stets ein bloßes Wort, der „Grundbegriff , noch das 
beste zu sagen weiß. Vielmehr ringen dann offene Fragen nach ihrer 
klaren Antwort, als voll entwickelte Probleme, klären sich darüber 
selber und klären sich auch in ihrem inneren Zusammenhang, indem 
diese Antworten wieder als Zwischenglieder der Filiation dienen. Dies 
wirkt auch günstig auf die Antworten zurück; denn diese haben nun 
steigend geklärten Fragen zu genügen. In Theoremen aber, die alle 
mal dergestalt ihrer eigenen Vervollkommnung dienen, daß sich die 
Probleme an ihnen klären und zurechtrücken, atmet schon das frische 
Leben einer Erkenntnis, die sich selber richtig gefunden hat! Darum 
bedeutet die Läuterung ihrer grundlegenden Problematik unverkennbar 
die höchste und fruchtbarste Form der Selbstbesinnung eines fach 
wissenschaftlichen Denkens. Damit verglichen ist das Ausgehen von 
vorweg hingenommenen „Grundbegriffen“, ob sie nun wirr oder „ge 
ordnet“ vorliegen, nur ein Wühlen im Urschleim der Erkenntnis. 
Erst in ihrer geläuterten Form, als Allwirtschaftslehre, kann der 
nationalökonomischen Theorie die Stellung zufallen, die ihr im Ver 
bände unserer Wissenschaft gebührt. Nichts ist klarer, sie als die 
„problementwickelnde“ Disziplin wird dann erst zum richtigen Kern 
gebiet der ganzen Wissenschaft! Eben weil sich in ihr die kernhafte 
Vereinheitlichung aller Probleme der Wissenschaft vollzieht, am Grund 
problem. Von der Theorie aus weben dann alle Faden und nach ihr 
wieder zurück. Ihr selber obliegt die Lösung nur der grundlegenden 
Probleme, die eben gelöst sein wollen, um zu den weiteren hinzutasten. 
Die mehr randwärts sich entfächernden Probleme heischen ihre Lösung 
bereits von der Empirie, von der Forschung in Tatsachen, deren zahl 
lose Gebiete sich rund um das Kerngebiet ordnen, wahrend im Außen 
bereich der Wissenschaft sich erst noch die Kunstlehren vorlagern. 
Dieses ganze Gefüge baut sich dann nach der Richtschnur dieser 
Problementwicklung auf; aber auch schon innerhalb der Theorie ordnen 
sich ihre Inhalte gemäß diesem Zusammenhang der Probleme. Natür- 
Üch gilt es überwiegend nur im Grundsatz, daß erst die Theorie allen
	        
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