Full text: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Kapitel III. Die Assozialisten. 
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Der Versuch gelang- nicht besser als der der kommunistischen 
Kolonien und dauerte nicht länger. Die höchst ungenaue Kenntnis, 
die man damals von den Gesetzen des Wertes hatte, kann allein die 
jenigen entschuldigen, die ein anderes Resultat erwarteten. Nichts 
destoweniger bedeutet er ein bemerkenswertes Datum in der Ge 
schichte der Doktrinen, weil hier die erste Etappe einer Reihe von 
Systemen gegeben ist, die mit dem Zweck, das gleiche Problem zu 
lösen, aufeinander folgen. Allerdings wenden sie recht verschiedene 
Mittel an, die wir in der Tauschbank (banque d’Echange) Peoudhon’s 
und in den sozialen Buchungen (Comptabilisme social) Solvay’s 
wiederfinden werden. 
Übrigens haben die verschiedenen Veranstaltungen, die auf eine 
Ausschaltung des Geldes hinzielten, nur eine sekundäre Bedeutung, 
aber die Grundidee, nämlich die Abschaffung des Profits, sollte bestehen 
bleiben und sich wenigstens teilweise in einer viel gesunderen und 
großzügigeren Einrichtung verwirklichen, einer Einrichtung, die die 
ganze Welt zu umfassen bestimmt war, nämlich in den Konsumvereinen 
(magasins cooperatifs, — Stores — wie man sie in England nennt). Sie 
begannen schon zur Zeit der Arbeitstauschbörse (1832—1834) in 
stunden, gewöhnlich im Verhältnis von 6 Pence pro Arbeitsstunde. Sie konnten 
such gar nicht anders vergehen. Nur ergab sich hieraus, daß das System Owen’s 
völlig verkehrt wurde, da nicht mehr die Arbeit der Maßstab war, nach dem sich 
der Handelswert der Gegenstände regelte, sondern im Gegenteil der Geldwert der 
Produkte den Arbeitswert bestimmte. 
2. Weil, sobald als die Gesellschaft Teilnehmer erhielt, die nicht so altruistisch 
-wie die ersten Anhänger waren, die neu Hinzugekommenen ihr alle Gegenstände 
brachten, die sonst unverkäuflich waren, und sich beeilten, mit den so erhaltenen 
Pons sich von dem Lager alle die Gegenstände liefern zu lassen, die irgendwelchen 
Wert darstellten, d. h. die ehrlich tarifiert worden waren, und die sie dann wieder 
gegen gutes Geld verkauften, — so daß sich zum, Schluß nur noch „Ladenhüter“ in 
dem Lager befanden. — Kurz das Lager kaufte nur Waren, die über ihren wirk 
lichen Wert, und verkaufte nur Waren, die unter ihren wirklichen Wert notiert 
waren! 
Die Labour-Notes lauteten nicht auf den Namen, waren nicht nominativ. 
Jeder, auch der, der nicht zur Gesellschaft gehörte, konnte sie kaufen und sie zu 
dieser wenig ehrenhaften, aber einträglichen Operation verwenden. Das taten zum 
Beispiel 300 Londoner Krämer, die sich Labour-Notes verschafften, indem sie 
erklärten, sie würden sie in Zahlung für ihre Waren annehmen. Sie benutzten sie, 
um das Tanschlager zu plündern, und als nichts mehr übrig war, das es sich lohnte 
uiitzunehmen, weigerten sie sich, weiterhin Labour-Notes in Zahlung zu nehmen, 
womit der Gaunerstreich seinen Zweck erreicht hatte. 
Es ist selbstverständlich, worauf auch Denis sehr richtig hinweist, daß das 
lauschlager für Angestellte keinen Nutzen irgendwelcher Art bot; da dei Ange 
stellte, der Lohnempfänger, wie schon der Name besagt, niemals Eigentümei dei 
Erzeugnisse seiner Arbeit ist, bat er niemals etwas zu verkaufen. Das System 
Dwen’s kann daher nur dann von Nutzen sein, wenn man eine vorhergegangene 
-Abschaffung des Lohnsystems annimmt. 
Gicle und Rist, Gesell, d. Volkswirtschaft!. Lehrmeinunsen. 18
	        
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