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Zweites Buch. Die Gegner.
Nation ist 1 ). Es ist daher nicht am Platze, wenn es sich um eine
Nation, wie die englische handelt, deren Erziehung in dieser Hinsicht
schon abgeschlossen ist, und ebensowenig bei einer Nation, die keine
Fähigkeiten und keine natürlichen Hilfsmittel hat, die ihr gestatteten,
für die Zukunft eine industrielle Entwicklung zu erhoffen. Hierher
gehören die Nationen der tropischen Zone, die auf die Landwirtschaft
beschränkt zu sein scheinen, während die Nationen der gemäßigten
Zonen die Möglichkeit der verschiedensten Produktionszweige haben 2 ).
2. Weiterhin läßt sich der Schutzzoll nur dann rechtfertigen,
wenn die Nation, um die es sich handelt, in ihrem Fortschritt durch
die Konkurrenz einer machtvollen, ausländischen und schon weiter
entwickelten Manufaktur behindert wird 8 ). Sie befindet sich dann
in der Lage „eines Kindes oder Knaben im Eingkampf mit einem
erstarkten Mann“, und wird „schwerlich obsiegen oder auch nur
Widerstand leisten können“ 4 ). Das ist gerade der Fall, in dem sich
Deutschland England gegenüber befindet. Es ist höchst lehrreich,
in seinen Briefen an Ingersoll die Beschreibung, die er von dem
„dumping“ gibt, zu lesen, dessen Anwendung heute so oft den Trusts
vorgeworfen wird, und das darin besteht, im Auslande die Waren
billig loszüschlagen, deren Preis im Inlande hochgehalten wird 6 ).
’) Nat. Syst. S. 272, Cotta. Ausg. 1841.
2 ) Ebenda, S. 4:13 sagt List: „Im allgemeinen dürfte anzunebmen sein, daß
da, wo eine Gewerbs-Industrie bei einem anfänglichen Schutz von 40 bis 60 Prozent
nicht aufkommen kann, und bei einem fortgesetzten Schutz von 20 bis 30 Prozent
sich nicht auf die Dauer behaupten -kann, die Grundbedingungen der Manufaktur
fehlen.“
3 ) Nat. Syst. S. 261, Cotta. Ausg. 1841. „Einzig bei Nationen der letzteren
Art, nämlich bei denjenigen, welche alle erforderlichen geistigen und materiellen
Eigenschaften und Mittel besitzen, um eine eigene Manufakturkraft zu pflanzen und
dadurch den höchsten Grad von Zivilisation und Bildung, von materiellen Wohlstand
und politischer Macht zu erstreben, welche aber durch die Konkurrenz einer bereits
weiter vorgerückten auswärtigen Manufakturkraft in ihren Fortschritten aufgehalten
werden, ■— nur bei solchen ist die Handelsbeschränkung zum Zweck der Pflanzung
und Beschützung einer eigenen Manufakturkraft zu rechtfertigen . . .“
4 ) Nat. Syst. S. 416, Cotta. Ausg. 1841.
5 ) „Ein Jeder weiß, sagt er (nach Hirst, op. cit. infra, S. 23111.), daß die Pro
duktionskosten in einer Manufaktur stark von der erzeugten Menge abhängen (Gesetz
des wachsenden Ertrages!) . . • Dieser Umstand hat einen großen Einfluß auf
den Aufschwung oder den Niedergang der Manufakturkraft, Wenn einem englischen
Fabrikanten ausreichende Absatzwege im Inland garantiert sind, so wird ihm damit
gewöhnlich ein regelmäßiger Absatz der zum Unterhalt seiner Manufaktur nötigen
Menge garantiert (z. B. 10000 yards zu 6 Dollar)... Da seine Kosten schon durch
diesen inländischen Verkauf gedeckt sind, werden die Herstellungskosten für weitere
10000 yards für den ausländischen Markt weniger hoch, und er erzielt noch einen
Gewinn, wenn er sie zu 4 und sogar nur 3 Dollar den Yard verkauft . . . Und
noch besser, er kann sich einen Profit für die Zukunft schaffen, sogar wenn er für
den Augenblick nichts gewinnt,“ (indem er durch seine niedrigen Preise die aus-