Kapitel II. Der Staatssozialismus.
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darin bestehen, den Wert „herzustellen“, ihn mit der in den Gegenständen
enthaltenen Arbeitsmenge in Übereinstimmung zu bringen I ).
Dies ist aber das Werk der Zukunft und nicht der Gegenwart 2 ).
Welche Schlußfolgerung soll man nun hieraus ziehen? Wenn es auf
der einen Seite wahr ist, daß allein der Arbeiter alle Erzeugnisse
schafft, und wenn auf der anderen Seite, auf Grund des Austausches,
die Boden- und Kapitalienbesitzer allein infolge der Tatsache ihres Besitzes,
und ohne an der Produktion unmittelbaren Anteil zu haben, unter
der Form von Zinsen oder Pacht einen Teil dieser Erzeugnisse erhalten,
so ist offenbar die Formel der Gerechtigkeit in der Verteilung
verletzt. Diese Entwendung von Produkten zugunsten der Nichtproduzierenden
und zum Schaden der Arbeitenden geschieht übrigens
ohne jede effektive Gewalttätigkeit, ganz einfach durch das Spiel des
Freihandels und unter der Herrschaft des Privateigentums. Seine
einzige Ursache liegt darin, daß in unserem sozialen System „andere
wie die Produzenten selbst, nämlich die bloßen Privatbesitzer von
Boden und Kapital, als bei der Produktion beteiligt und deshalb zu
einem Anteil am Nationaleinkommen berechtigt anzusehen sind“ 8 ).
Hiermit wird also das doppelte Gesicht der Verteilung enthüllt:
wirtschaftlich überliefert der Tausch dem Kapital, dem Boden und
der Arbeit einen Teil des Produktes, der mit dem Wert übereinstimmt,
zu dem ihre Dienste auf dem Markt eingeschätzt werden;
sozial gestattet er, daß den einzigen Schöpfern des Produktes, den
Arbeitern, ein Teil dieses Produktes genommen wird, ein Teil, der
das darstellt, was Kodbebtus mit einem einzigen Wort „die Rente“
nennt, unter welchem Wort er das Einkommen der Großgrundbesitzer
und der Kapitalisten zusammenfaßt.
Kein anderer Volks Wirtschaftler hat mit solcher Klarheit diese
Güter nicht nach Arbeit vertauschen und (des Kapitals wegen) vertauschen können,“
und er fügt bezeichnenderweise hinzu: „was sich seinerzeit einmal gegen Marx
gebrauchen läßt“.
1 ) „So ist auch die Kongruenz des Tauschwertes der Produkte mit den Arbeitsquanten,
die sie gekostet, keine Tatsache, sondern die großartigste staatswirtschaftliche
Idee, die je ihre Verwirklichung angestrebt hat.“ (2. sozialer Brief.) Kapital,
Bd. II, S. 68—69).
2 ) Hin und wieder gibt Rodbertus als Hypothese und zum Nachweis gewisser
Beweisführungen eine Tendenz der Preise zu, schon heute mit den Arbeitskosten
übereinzustimmen; aber seine Grundlehre braucht diese Hypothese nicht, die bei
ihm nur eine augenblickliche Hilfsrolle spielt. In seiner (übrigens völlig irrtümlichen)
Theorie der Teilung des Einkommens ohne Arbeit zwischen Grundeigentümern
und Kapitalisten, gibt er ganz vorübergehend in dem 3. sozialen Briefe
(Schriften, Bd. II, S. 101) zu: „daß der Tauschwert jedes fertigen Produktes, wie
eines jeden Teiles des Produktes, gleich seinem Wert an Arbeit ist“, (nach dem
franz. Text, Anm. des Übers.)
s ) Kapital, S. 119.