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Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit.
erscheint es als völlig klar, daß, wenn ich einen Gegenstand Ä ver
liere, an dem ich sehr hänge, den ich aber in jeder Hinsicht durch
einen Gegenstand B ersetzen kann, A in diesem Fall nicht mehr als
B wert ist; und wenn ich die Wahl habe, ihn auch durch C zu er
setzen, und daß C noch weniger als B wert ist, dann ist auch A
nicht mehr als C wert.
Wir gelangen schließlich dazu, dieses Gesetz, das eine ebenso
große Tragweite hat, wie nur irgendein Gesetz der Physik, wie folgt
zu formulieren: der Wert eines jeden Gutes wird bestimmt durch
den am wenigsten nützlichen Gebrauch, den man davon machen, durch
die geringste Befriedigung, die man daraus ziehen kann.
Bis hierher haben wir gesehen, wie der Begriff des Grenznutzens
dazu dient, die Probleme des Wertes und des Tausches zu lösen.
Wird ihm aber die gleiche Eigenschaft innewohnen, wenn man ihn
auf andere Bereiche der Volkswirtschaft, auf die der Produktion, der
Verteilung und des Verbrauches überträgt?
Für die Hedonisten unterliegt das keinem Zweifel, da alle Pro
duktions-, Verteilungs- und Yerbrauchshandlungen nur veränderte
Formen des Tausches sind.
Das gilt zunächst für die Produktion. Warum regelt sich der
Wert der Gegenstände unter der Herrschaft der freien Konkurrenz
nach den Produktionskosten? Weil jede Ordnung der freien Kon
kurrenz auf Grund ihrer Definition eine Ordnung ist, in der ein jeder
Gegenstand in jedem Augenblick durch einen gleichartigen Gegen
stand ersetzt werden kann, und weil dieser selbst nur das Ergebnis
einer gewissen Umformung von Rohstoffen darstellt. Das Gesetz der
Substitution tritt daher auch hier in Erscheinung, und wenn die Pro
duktionskosten den Wert aller gleichartigen Gegenstände regeln, so
beruht dies einfach darauf, weil diese Produktionskosten in jedem
Augenblick den letzten der ersetzbaren Werte vorstellen.
Ebenso für den Verbrauch. Wie verteilt ein jeder von uns seinen
Verbrauch oder seine Ausgaben? Selbstverständlich so, daß er daraus
den größten Nutzen zieht, nämlich, das sie ihm das Maximum an
Annehmlichkeiten verschaffen, das mit einem gegebenen Einkommen
vereinbar ist. Unbewußt versucht man hier und da Änderungen.
Man vermehrt die im Budget für die Wohnung ausgeworfene Summe
und vermindert dafür die, die zur Beschaffung der Nahrung bestimmt
ist, oder man vermehrt die, die für Almosen verwendet werden soll,
und beschneidet die, aus denen man seine Theaterbesuche bestreitet,
bis man eine Gleichgewichtslage gefunden hat. Diese Gleichgewichts-
American Economists. American Academy of political and social
Science, 1891).