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v. Rothenb nrqsche Stiftung,
Die Stiftung bezieht 2762 Thlr. 26j.Sgr. au Zinsen von Kapitalien
und 2ŗ Thlr. aus sonstigen Einnahmen. Aus dieser Summe werden
verwendet: 600 Thlr. für die Blindrn-Anstalt in Berlin (s. d.); 145
Thlr. zu Verwaltungskostcn; 1528 Thlr. zu außerordentlichen Aus
gaben und zur Kapitalisirung; 320 Thlr. zu stiftungsmäßigen Renten;
172 Thlr. zu Pensionen. Die Oberaufsicht führt das Kultus-Mini
sterium.
Rother Stiftung zu Berlin.
Zweck dieser dem f Minister Rother ihr Dasein verdankenden Stif
tung ist die Unterstützung armer, unverheirathet gebliebener, mindestens
40 Jahre alter und unbescholtener ehelicher Töchter solcher bereits ver
storbenen Väter, welche entweder als besoldete Beamte im Königlichen
oder im Dienste der Berliner Kommune oder als Offiziere in der Preu
ßischen Armee vorwurfsfrei gedient haben. Die Töchter der zu mecha
nischen Verrichtungen angestellten Unterbeamtcn niederen Grades haben
keine Ansprüche. Ein Theil der Dencfiziaten wird in das zu diesem
Zwecke errichtete Stiftshaus (Bellealliauce Str. 1. 2.) aufgenommcu,
der andere durch jährliche Geldbewilligungen unterstützt. Das auf 40
Stellen eingerichtete, später auf 43 Stellen erweiterte Stiftshaus wurde
1842 mit 20 Benefiziatinuen eröffnet, von welchen jede eine jährliche
Rente von 48 Thlr., nebst freiem Holz, freier Medizin und ärztlicher
Behandlung erhielt. Nach und nach ist diese Zahl und die Rente auf
60, resp. 72 und 84 Thlr. erhöht worden. Außerdem reichten die
Einnahmen daz^hin, außerhalb des Stiftshauscs in den verschiedenen
Provinzen des Staates 204 Renten zu ertheilen, deren Höhe sich nach
dem Alter der Empfängerin richtet und statutenmäßig auf jährlich 36,
42 oder 48 Thlr. festgesetzt ist, je nachdein die Benesiziatin das 40.,
50. und 60. Lebensjahr überschritten hat. Statut vom 10. Juli 1840
(Ges.-Samml. 1840 S. 187). Vorsitzender des Kuratoriums Präsi
dent Eamphausen.
Dr. Rother swe Stiftung zu Breslau,
von den Freunden des Pastor priuiarius zu St. Elisabeth Dr. th.
i ^ ŗ der Feier seines 50jährigen Amts-Jubiläums am 20. Juli
i & I Ş Thlr. in Eiscnbahn-Prioritäts Aktien und 25 Thlr.
baar begründet. Dev später emeritirte Dr. Roth er bestimmte mittelst
Statuts vom 14. Januar 1858, daß (nach dem Tode seiner Schwester,
resp. sen r ^Lljqxay.) diejenige Breslauer Prediger - Wittwe, welche
der Magistrat fur dtc würdigste erachten werde, event, eine oder mehrere
arme, unbescholtene Töchter von Predigern in Breslau in den lebens
langen sollen bet bc * jedesmal vorhandenen Kapitals ge
veymanu Rother,
Partikulier zu Breslau, vermachte der dortigen jüdischen Waisen
Verpflegungs-Anstalt für Knaben ein Kapital von 1500 Thlr.