Full text: Organisation

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I. Die Grundurteile der Politik. 
daß ich es lieber ganz beiseite lasse; eine ausgeprägte Art 
von Gemeinschaft ist Organisation sicher, aber die sogen, 
soziale Frage oder Fragen ruhen meist auf ganz anderen 
Problemstellungen und können durch Organisation 
nicht ohne weiteres gelöst werden. Die vielerlei tat 
sächlich bestehenden Organisationen auf sozialenl Ge 
biet sind historisch bedingt und in den Formen ver 
änderlich. 
Eine klare Entscheidung aber ergibt sich wieder für 
den Gegensatz von Optimismus und Pessimismus; 
Organisation erfordert sicher einen guten Teil von 
ersterer Denkart, denn sie hofft ja bestimmt, durch sich 
selbst künftige Ziele und Pläne wirkungsvoll zu för 
dern. An die Spitze, zum Organisator, taugt nur, wer 
Optimist ist in dem Sinne, daß er an die Sache, ihre 
Wichtigkeit und ihre Durchführbarkeit, die nie zu be 
weisen ist, glaubt. Das erhärtet der Krieg tausendfach 
und es bedarf kauni der Beispiele. Vertrauen in 
menschliche Leistung ist für Organisation unentbehr 
lich. Wiederum verzichte ich auf den Begriff eines 
Idealismus, weil er so vieldeutig und unklar ist, 
daß er eines eigenen Buches bedürfte. 
So ergäben sich noch diejenigen Konsequenzen zur 
Erörterung, die sich aus unseren! Begriff für bestimmte 
politische Grundurteile, insonderheit über den Staat, 
ergeben. Die Schlagworte und Richtungen haben 
zwar als Ausdruck ganz allgemeiner Unterschiede einen 
gewissen, vor allem rhetorischen Wert, aber wirkliche 
politische Stellungnahme und Überzeugungen ver 
mögen sie niemals zu begründen, weil sie im Grunde 
nur leere Hülsen ohne greifbaren Inhalt sind. So 
haben sich auch die politischen Parteien zwar von jeher
	        
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