Full text : Organisation

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II.  Akratie  und  Ariftagie.

als  der  erste  Napoleon  Konsul  hieß;  und  unter  Gambetta
  war  wiederum  mehr  ein  einzelner  Wille  maßgebend, ­
  als  der  eines  Kollegiums.
In  dem  Archein  steckt  nichts,  was  von  theoretischen
oder  ethischen  Gesichtspunkten  aus  anzunehmen  oder
zu  verwerfen  wäre.  Die  geschichtlichen  Bildungen
schwanken  äußerlich  zwischen  Formen  mit  einer  Spitze
oder  einer  Kuppel,  und  darunter  innerlich  der  Herrschaft ­
  eines  Einzelnen  oder  Mehrerer.  Eine  Menge
oder  „das  Volk"  kann  schon  nicht  archein,  geschweige
denn  kratein;  wohl  aber  kann  seinen  erwählten  Vertretern ­
  ein  Teil  der  Machtsunktionen  übergeben  werden,
wie  dies  in  allen  zivilisierten  Staaten  der  Fall  ist.
Dieses  Recht  eines  mündigen  Volkes,  Einfluß  zu  haben
auf  den  Gang  der  Regierung,  fällt  nicht  unter  die
drei  Begriffsbildungen,  die  das  „Anführen"  gliedern,
sondern  ist  ein  Korrelat  dazu;  eine  Umkehrung,  die  in
dem  negativen  Begriff  der  Akratie  genügend  zur  Geltung ­
  kommt.  Macht  üben,  herrschen,  führen,  lenken,
leiten  sind  Worte,  die  nur  für  ein  Jndividuuni  Sinn
haben  oder  für  eine  kleine  Gruppe  von  solchen;  niemals
für  eine  Masse,  die  das  nur  Passiv  an  sich  erfahren  kann.
Die  kleine  Gruppe,  die  Oligarchie,  ist  gleichsam  die
Verteilung  der  verschiedenen  Fähigkeiten  und  Geistesgaben ­
  eines  Individuums  an  mehrere  Individuen;
diese  bilden  dann  zusammen  (z.  B.  ein  Ministerrat)  ein
Ideal-Individuum,  eine  fiktive  Einheit.
Den  besten  Beweis  für  das  Gesagte  liefern  gerade
unsere  großen  Parlamente;  die  wahren  Entscheidungen
fallen  nur  in  den  Kommissionen.  Es  ist  eben  unmöglich, ­
  das  psychologische  Gesetz  durch  irgendwelche  Einrichtungen ­
  umzustoßen,  daß  eine  Willensentscheidung
            
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