Full text: Organisation

III. Das Führerproblem. 
65 
v. d. P s o r d t e n, Organisation. 
5 
allen loszusagen meint, der hat in Wahrheit meist nur 
seine Autoritäten gewechselt. 
Dagegen ist nun von den praktischen Führern oder 
„Anführern" kurzweg Anderes und Spezielles zu ver 
langen. Hier ist der Ort z. B. für Foersters Forderun 
gen (S. 31 f.): Selbstbeherrschung; soziale Kultur, ins 
besondere die Fähigkeit, sich in den Seelenzustand des 
Gehorchenden hineinzuversetzen; endlich Unzweideutig 
keit, Kürze, Präzision der Anordnungen. Dazu die volle 
Übernahme der Verantwortlichkeit bei der Führer- 
handlung, die schon daraus folgt, daß der „Anführer" 
(wie etwa ein Bergführer als Typus) ja die Wege zum 
Ziele am besten zu kennen überzengt ist. Das alles ist 
richtig und wichtig; und dennoch scheint mir das letzte 
Geheimnis noch in etwas anderem zu liegen, in der 
schwierigen Frage der Gefühls- und Willensübertragung 
von einem Menschen zu anderen. Darin steckt etwas von 
Suggestion, wenn man das Wort nicht in krankhaf 
tem Sinne nimmt; von ansteckender Wirkung, von 
Unausgesprochenem und vielleicht Unsagbarem. Tat 
sache ist, das; es Menschen gibt, die, gleichgültig was 
sie fordern, Nachfolge und Anhänger finden; diese 
sagen und fühlen einfach: „wo du gehst, da will ich auch 
hingehen"; und rein intellektuell ist diese persönliche 
suggestive Kraft jedenfalls nicht. 
Ich habe an anderer Stelle die psychologische Seite 
der Gefühlsübertragung behandelt"; ganz allgemein 
entzündet sich Gefühlswärme an ebensolcher, mag der 
Gegenstand sein welcher er will. „Begeisterung" läßt 
immer Spuren im Hörer zurück und eine „dynamische" 
Wirkung strahlt von starken Gefühlen auf die anderen 
aus. Hier aber handelt es sich um eine Willens über
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.