Full text: Organisation

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III. Das Führerproblem. 
tragung; dazu müssen Verstand und Gefühl zusammen- 
wirken; der der Suggestion Unterliegende wird zunächst 
für den Führer persönlich, dadurch für dessen Ziele, 
Werte, Ideale erwärmt und in den so gelockerten und 
gepflügten Boden sät dann der Führer mit Leichtigkeit 
den verstandesmäßigen Samen. Wie das zu machen 
ist, kann wohl kaum gelehrt werden; mancherlei Eigen 
schaften tragen dazu bei. Schon ein stattlicher, trai 
nierter, die Selbstzucht verratender Körper, ein blitzen 
des Augenpaar, ein beredter Mund. Dann wo es dazu 
gehört, Gewandtheit, Geschicklichkeit, Mut; Ausdauer 
und Festigkeit; Klarheit und Einfachheit der Gedanken 
und der Rede. All das unterstützt die Suggestion, aber 
es ist nicht ihr Wesen und innerster Kern. 
Jedenfalls muß der Führer, ehe von einer Über 
tragung die Rede sein kann, selbst das Ziel mit hoher 
Gefühlswärme erfaßt und möglichst mit dem Verstand 
in sich selbst verarbeitet haben; die Arbeit an sich selbst 
muß jeder Förderung anderer vorangehen. Beispiel 
ist weit eindrucksvoller und mächtiger als Belehrung 
und nur wer selbst stark an seine Sache glaubt, wird 
andere daran glauben machen. Die Disposition zu 
solchen Charakteranlagen ist sicher vererbbar und darum 
ist dieTradition beim Führerberuf ein wichtiges Moment, 
man kann dann von „geborenen Führern" sprechen. 
Wo man aber auf solche Tradition nicht rechnen kann, 
erhebt sich die Frage, ob man Führer erziehen kann, und 
damit kommen wir zum zweiten Punkt der Anwendung 
der Aristagie. 
Für diese pädagogische Seite des Problems", wo 
bei das Wort im weitesten, auch die Erziehung junger 
Männer umfassenden Sinn zu nehmen ist, ist nnerläß-
	        
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