Full text : Organisation

111.  Das  Führerproblem.

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im  Interesse  des  Ganzen,  daß  man  die  Gegenpartei
nicht  unterschiedslos  bekämpft;  da  sie  nun  einmal
exisüert,  ist  es  für  alle  wichtig,  daß  die  guten  und  nicht
die  unvernünftigen  Elemente  in  ihr  regieren.  Und
das  sollte  nicht  nur  die  Partei  selbst,  sondern  auch  ihre
Gegner  bedenken;  kämen  in  allen  „Farben"  die  Äristvi
hoch  und  lenkten  ihre  Parteien,  so  käme  auch  das  Wertvollste ­
  und  Bleibendste  innerhalb  der  Anschauungen
und  Aktionen  zum  Durchbruch;  und  eine  Verständigung
ist  immer  eher  möglich  zwischen  bedeutenden  politischen ­
  Persönlichkeiten,  als  den  blind  wütenden  Durchschnittsköpfen. ­
  Immerhin,  zum  politischen  Leben  ist
Gruppenbildung  nicht  zu  entbehren.
Ganz  anders  bei  den  geschilderten  „anonymen  Gesellschaften", ­
  die  der  wahre  Krebsschaden  unserer  Kultur ­
  sind.  Hier  müßte  sich  gerade  der  vielgeschmähte
Staat  mit  den  einzelnen  Begabten  verbünden  gegen
Clique,  Coterie  und  Kastengeist.  Da  der  große  Gegner ­
  der  Persönlichkeit  nicht  das  Ganze,  sondern  der
„Sonderbund"  ist,  so  wäre  ein  aus  der  Aristagie  zu
folgerndes  Zukunftsprogramm:  Staat  und  öffentliche ­
  Körperschaft  (Stadt,  Gemeinde,  Behörde  usw.)
mit  und  für  die  Persönlichkeit  gegen  Cliquen  und
Bünde.  Der  Staat  (oder  die  Gesellschaft)  bedarf  der
Führer  und  bedarf  gar  nicht  der  Mittelmäßigkeitsverbände, ­
  die  jene  hindern;  wie  sollen  die  vielen  schweren ­
  Aufgaben  der  Kultur  gelöst  werden,  als  durch  den
energischen  Vorgang  Einzelner?  Sie  leiten  auch  die
vielgepriesene  „Entwicklung"  und  wieder  nicht  der
„Bund",  der  ja  durchaus  auf  Erhaltung  der  bequemen
und  allseitig  genehmen  Fortwurstlerei  eingestellt  ist.
Wie  man  es  auch  betrachtet:  die  öffentlichen,  aner ­
            
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