100 Millionen Dollar besaßen. Es war klar, daß
ein solches Unternehmen nur mit Hilfe eines finan-
ziellen Genies aufgebaut werden konnte, das von der
Größe der Summen nicht eingeschüchtert wurde.
Morgan war augenscheinlich der Mann für dieses
Werk, der, wenn er wollte, ein Unternehmen dieser
Art zu einem erfolgreichen Abschluß bringen konnte.
Daher wandte man sich an ihn, er möge die Finanzie-
rung dieses Werkes übernehmen, das, wenn es von
Erfolg begünstigt war, die größte industrielle Korpo-
ration der Welt sein würde.
Die Vorbereitung der finanziellen Aufstellungen,
auf die sich die Gründung der Stahlkorporation stützen
sollte, nahmen den größten Teil des Jahres 1900 in
Anspruch. Sie bestanden aus einer großen Menge
Statistiken, Angaben über Kapital, Verschuldung, Ein-
nahmen und Produktionskosten usw. der verschie-
denen Unternehmungen, die unter das gemeinsame
Dach der Stahlkorporation gebracht werden sollten.
Ihr zahlenmäßiger Betrag überstieg jede jemals Morgan
vorgelegte Aufstellung,
Morgan ließ sich niemals durch die Menge von
Einzelheiten überwältigen. Jede einzelne Aufstellung
prüfte er auf Herz und Nieren und las intuitiv auch
das, was zwischen den endlosen Ziffernreihen stand.
Kein Mensch in den Vereinigten Staaten erreichte
Morgan in der Fähigkeit, eine Bilanz schnell und treff-
sicher zu analysieren. Er erfaßte sofort, was die
einzelnen Ziffern bedeuteten, die die Produktions-
kosten, die Einnahmen und die Methoden der Carne-
gie Company darstellten. Er sah in die Zukunft und
erkannte die großen Ersparnisse, die sich durch die
neue Kombination erzielen ließen. So würde diese
Kombination zum Beispiel den großen Stahlwerken
des Mississippibeckens auch die Herrschaft über den
x. a ==
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