Full text : Die doppelte kaufmännische Buchhaltung

202  Domizilwechsel.
A3.)  Domizilwechsel.  Zu  unterscheiden  sind:
1.  Echte,  eigentliche  Domizilwechsel:
a)  Mit  einem  Domiziliaten  (Stellvertreter  des  Akzeptanten
bei  einer  Zahlung  des  Wechsels  am  Verfalltag,  bestimmt  domizilierte ­
  W.).
b)  Ohne  Domiziliaten  (Einlösung  des  Wechsels  durch  den
Akzeptanten,  aber  am  Domizilort,  nicht  am  Wohnort).
2.  Unechte,  uneigentliche  Domizilwechsel,  Wechsel  mit  einer
Zahlstelle  vom  Akzeptanten  versehen  (beispielsweise  Herren
Müller  &  Go.,  Berlin,  zahlbar  bei  der  Deutschen  Bank,  C  2,
Spandauerstr.  1).
Für  den  domizilierenden  Akzeptanten  sind  solche  Wechsel
Schuldwechsel  (Tratten-Konto).  Die  Kosten  der  Stellvertretung
verrechnet  er  bei  der  Zahlung  auf  dem  Unkosten-,  Provisionsoder ­
  Domizilkosten-Konto.  Die  einlösende  Bank  verrechnet  die
einige  Tage  vor  Verfall  eintreffende  Deckungszahlung  auf  einem
Domizilwechsel-Konto  (Haben:  Wechselsumme  +  Provision),  die
Auszahlung  über  das  gleiche  Konto  (Soll),  das  am  Jahresschluß
den  Ertrag  durch  Domizilprovision  aufzeigt  (Abschluß  durch
Gewinn  und  Verlust  oder  das  allgemeine  Provisions-Konto).
Der  Zinsgewinn  der  Bank  —  zinsfreie  Benutzung  der  Deckungsmittel ­
  vom  Eintreffen  bis  zur  Einlösung  —  kommt  zahlenmäßig
nicht  unmittelbar  zum  Ausdruck.  Die  Einlösung  der  Domizilwechsel ­
  erfolgt,  wie  die  jeder  anderen  Tratte,  durch  Barzahlung
oder  im  Abrechnungsverkehr.
Buchungsbeispiel:  Rudolph  domiziliert  sein  Akzept  (1000)  bei  seiner
Bank.
«)  Einsendung  der  Deckung  vor  Verfall  +  Provision  (2,50).  Rudolph
bucht  die  Domizilierung  an  sich  nicht.  Bei  der  Einsendung  der  Deckung:
Tratten  (1000),  Unkosten  (2,50)  an  Kasse  (1002,50).  Die  Bank  bucht:
Kasse  an  Domizilwechsel  (1002.50),  bei  der  Einlösung  des  Domizils  Domizil
Wechsel  an  Kasse  bzw.  an  Abrechnungs-Konto  (1000).
ß)  Erfolgt  die  Einlösung  des  Domizils  zu  Lasten  des  Bankguthabens,
so  bucht  die  einlösende  Bank:  Kontokorrent  an  Kasse  bzw.  bei  einer  Einlösung ­
  durch  Clearing:  Kontokorrent  an  Abrechnungs-Konto  (1000).
Rudolph  bucht;  Tratte  an  Bank.
B.  Der  Wechseloerkehr  der  Kreditbanken  gliedert  sich  wie
folgt:
f.  Aktiver  Verkehr:

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