Üuch des Qusbruches des Krieges mit Qmerika must ich mit
einigen Worten gedenken. Das Benehmen Amerikas war mir und
vielen von uns eine graste Lnttauschung; wir waren anfänglich
überzeugt, hast wenigstens die akademischen Kreise ein volles Ver
ständnis für die deutsche Lage hätten; Haeckel und ich haben ge
meinsam ein Lchreiben an die amerikanischen Universitäten zu
gunsten der deutschen Quffassung gerichtet. Bald aber hörten wir,
dost die Ltimmung, wenige Ausnahmen abgerechnet, gegen uns
war. Ich kann noch immer die Hoffnung nicht aufgeben, hast
schliestlich die geistig führenden Kreise sich von der sklavischen Ab
hängigkeit von der englischen Denkweise befreien und eigne Wege
einschlagen werden. Dann werden sie auch uns Deutsche gerechter
würdigen. Dem tatsächlichen Ausbruch des Krieges mit Llmerika
habe ich von Anfang an mit schweren Bedenken gegenüber ge
standen; für mich war Amerika nicht ein fremdes Land, ich kannte
zu gut feine unbegrenzten Hilfsmittel und auch die Lnergie, welche
dieses Volk an eine einmal ergriffene, wenn auch zu Unrecht er
griffene, Lache zu setzen pflegt, um nicht graste Lchädigungen
Deutschlands befürchten zu müssen. Zunächst schien es za nicht
so gefährlich, aber immer mehr verstärkte sich der Druck; ohne das
Eingreifen Amerikas wären wir schwerlich unterlegen.
Inzwischen war die graste Wendung am ly. Juli 1917 durch
den bedauerlichen Keichskagsbeschlust erfolgt. Die hier getroffene
Lntscheidung mit ihrem kindlichen vertrauen auf die edle gesinnung
der gegner und mit ihrer grenzenlosen Unkenntnis menschlicher
Leite 5;: „Unsere Unkenntnis von Deutschland ist ebenso grost gewesen wie
unsere Kenntnis von England. — Was wir an vachrichten über Deutschland
erhielten, kam grösttenteils über England".
Leite 58; „Unsere Unkenntnis des Leelenzustandes in Deutschland wurde
durch die englische Propaganda ausgenutzt. Die Engländer gaben uns eine
Lluffaffung des Leelenzustandes von Deutschland, wie wir ste nach ihrem Wunsche
haben sollten. — 3n diesen Vorstellungen war das Wort ,Deutschland* mit den
Begriffen »Heuchelei* und »Militarismus* gleichbedeutend".
Leite „Das gesagte mag vielleicht zur Erklärung dafür beitragen, wes
halb die Negierung der vereinigten Ltaaten in diesem Kriege eine halbneutrale
Haltung angenommen hat, eine Haltung, die verlangt, dag die eine der krieg
führenden Parteien den Buchstaben des gefetzes beobachtet, während sie der
anderen Partei gestattet, sowohl den Buchstaben als den geist des gefetzes zu
verletzen. Mehr als die Hälfte des Volkes hierzulande, und anscheinend auch
die Negierung in Washington, betrachtet die alliierten als die Kämpfer für
Demokratie und Dreiheit gegen die gemalten der Heuchelei und der grausamen
Herrschsucht".
Dies alles musterwägen, wer die Wendung Llmerikas zum Kriege verstehen
will; man war uns Deutschen von vornherein feindselig gesinnt und man
konnte sich nicht in unsere Lage versetzen.