die in einer solchen Schule herangebildeten Generationen
würden auch nur einen einzigen Augenblick irgendwelche
Beschränkung ihrer vollen Freiheit ertragen, einfach
lächerlich ist.
§ 3-
Der Socialismus und die Kunst.
Aus dem Munde der unthätigsten Capitalisten hört man
besonders oft den Vorwurf, der Socialismus schwäche die
persönliche Initiative ; die starrsten Despoten bekämpfen
ihn mit dem Schlagwort von Freiheit und Humanität: da
ist es denn ganz in der Ordnung, dass gerade die geistig
unfreisten Spiessbürger die Verteidigung der Künstler
gegen die „unwissende Menge“, „die modernen Bar
baren“ übernehmen.
Doch wollen wir gleich hinzufügen, dass sie nicht
vereinzelt sind. Auch geistvolle und gelehrte Philosophen,
wie A. Fouillée, äussern sich besorgt über das Schicksal,
das in einer „Gesellschaft von Communisten und Materia
listen“ den Dichtern, Künstlern, Philosophen drohen
könnte.
Würde man sie nicht, selbst ohne ihnen den Lorbeer
gereicht zu haben, aus dem Lande der Freiheit jagen?
Und wenn man sie selbst ruhig leben und schaffen lässt,
„wie will die socialistische Zukunftsgesellschaft die philo
sophische Arbeit organisieren, die bis an die höchsten
Wipfel und an die fernsten Grenzen des Daseins reicht,
ja, bis ins Jenseits dringt? Lässt sich etwa die Arbeit
des Denkers auf dem Verwaltungswege regeln ? Kann man
ihr den achtstündigen Maximalarbeitstag dictieren und
einem Victor Hugo befehlen, seine poetische Erleuchtung
Punct sieben Uhr morgens zu haben und sich um neun
Uhr auszuruhen? Und wie wird man diese Arbeit be
werten? Der Gedanke eines genialen Menschen ist nicht
auf Mark und Pfennige abzuschätzen .... Hätten etwa,
als Galilei die Satelliten des Jupiter entdeckte, die Ge-