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haben der Bestand an Wertpapreren angerechnet werden kann, die der
Reichswirtschaftsminister für diesen Zweck zuläßt.
Die Bestimmung, daß Anlage in Hypotheken nur bis zum Höchstbetrag
von 40 v. H. der Einlagen erfolgen darf, ist durch Runderlaß des Reichs
wirtschaftsministers vom 5. Mai 1934 dahin geändert worden, daß bis zu
40 v. H. des Überschusses der Einzahlungen von Spareinlagen über die
Auszahlungen in Hypotheken angelegt werden dürfen, auch wenn die Spar
kasse mehr als 40 v. H. der Spareinlagen bereits in Hypotheken aus
geliehen hat.
Der kommunale Kredit der Sparkassen ist auf höchstens 25 v. H. der
Spar- und Girogelder begrenzt worden. Der an einen Kreditnehmer
gegebene kurzfristige Betriebskredit darf höchstens 1 / 2 v. H. der Gesamt
einlagen bei der betr. Sparkasse und nicht mehr als 100 000 RM betragen.
Ende Juni 1937 betrugen die Spareinlagen bei den deut
schen SparkassenZ 15,06 Milliarden RM, die Depositen-, Giro-
und Kontokorrenteinlagen 2,62 Milliarden RM. Auf den Kopf der Be
völkerung kamen somit 230 Spar- und 40 RM Giroguchaben. Der ver
spätete Beginn der Verzinsung der Sparbeträge — 15 bis 30 Tage nach der
Einzahlung ([. S. 166) — ist nach dem Bericht des Deutschen Sparkassen-
und Giroverbandes für 1936 einer „nachhaltigen Sparpflege abträglich".
Der Fleiß und die Sparsamkeit des deutschen Volkes kommen in den
34 Millionen Sparbüchern — also jeder 2. Deutsche besitzt 1 Sparkassen
buch — zum Ausdruck. Spargeschäft und Leihgeschäft sind die Wurzeln des
deutschen Sparkassenwesens.
Die Spargelder leiten die Sparkassen dem Mittelstände und der Klein
wirtschaft zu. Die Hypothekarkredite (durchschnittlicher Betrag 5500 RM)
betrugen Ende Juni 1937 7,02, die Personalkredite (durchschnittlicher Betrag
1700 RM) 1,77 Milliarden RM. Diese an den landwirtschaftlichen und
gewerblichen Mittelstand gegebenen Kredite verteilen sich auf 1,2 Millionen
Kreditnehmer. Der eigentliche Personalkredit ist beschränkt auf die Befrie
digung der örtlichen Kreditbedürfnisse, also: bodenständige Verwurze
lung, engste persönliche Beziehung der Sparkassenleitung zum Kunden-
kreis. i)
i) Es bestehen 2230 Hauptstellen und 2690 kontoführende Haupt- und Neben
zweigstellen.