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ersten Stufe ist von Volkswirtschaft noch keine Rede, auch auf der
zweiten ist eine höhere Entwickelung nicht möglich, es fehlt die
geistige Regsamkeit, und die Bevölkerung bleibt im Zustande der
Armut. Erst wenn sich Industrie entwickelt, kommt auch der geistige
Aufschwung und kann das Land zum Wohlstand gelangen, aber auch
die Industrie gewinnt erst höhere Bedeutung, wenn sie durch einen
internationalen Handel erweiterte Aufgaben erhält. Es ist deshalb
danach zu streben, die letzte Entwickelungsphase, auf der sich nach
ihm nur England befand, zu erreichen. Deutschland sah er wie die
Vereinigten Staaten Nordamerikas noch auf der vorletzten, Spanien
und Italien noch in der Ackerbauperiode stehen. Das Unrichtige
dieser historischen Darstellung ist schon an anderer Stelle auseinander-
gesetzt, wir können deshalb hier darüber hinfortgehen.
List untersucht nun, wie vor allem Deutschland sich auf die
höchste Stufe emporzuschwingen vermag. HEin jeder solcher Uebergang
hat seine besonderen Schwierigkeiten, und die Staatsgewalt hat die
Aufgabe, den Gewerbetreibenden darüber hinfortzuhelfen. Das haupt-
sächlichste Hilfsmittel dafür ist ein Schutzzollsystem, welches die auf-
keimenden Unternehmungen gegen die übermäßige Konkurrenz des
stärkeren Auslandes schützt. Das Freihandelssystem ist hier von
Unheil. Man muß ein Kind gegen Angriffe eines starken Mannes
schützen, wenn es nicht unterliegen soll. Nur in der letzten Periode,
in der sich England befindet, das keinen überlegenen Gegner zu
scheuen hat, ist der Freihandel gerechtfertigt, der als Endziel aller-
dings im Auge behalten werden muß. Der Schutzzoll ist nur als
Mittel und Uebergang anzusehen. Die damit der Gesamtheit aufge-
legten Opfer machen sich bei verständiger Handhabung sehr wohl be-
zahlt, dauernd aber wird die Last unerträglich und hat keinen Sinn.
Sehr lehrreich ist dabei die Auseinandersetzung über die verschiedene
Wirkung des Zolles, je nachdem fertige Waren, Halbfabrikate oder
Rohstoffe belastet werden. Mit den Ersteren ist zu beginnen und der
Nachdruck darauf zu legen. Er bekämpfte die Getreidezölle und reiste
nach England, um der Herabsetzung derselben durch Robert Peel
beizuwohnen und Studien darüber zu machen.
Die Schutzzölle werden aber um so wirksamer sein, je größer
das Territorium ist, welches sie umschließen; je mannigfaltiger die
Produktionsverhältnisse und die Produktionszweige innerhalb des ab-
geschlossenen Kreises sind, um sich gegenseitig ergänzen zu können,
um so schärfer wird die Abschließung sein können, ohne Nachteil
für die Bevölkerung, und um so mehr wird erreicht, worauf er den
ganzen Nachdruck legt, daß alle natürlichen Hilfsquellen des Landes
zur Verwertung gebracht werden, wodurch der Wohlstand am schnell-
sten und nachhaltigsten gefördert wird. Denn nicht in den erzielten
Genußmitteln, wie Ad. Smith es annimmt, sondern in den Produktions-
mitteln liegt, wie schon oben erwähnt, nach seiner etwas gekünstelten
Unterscheidung, der Reichtum eines Landes.
Aus allen diesen Gründen erstrebt er die Erweiterung des
deutschen Zollvereins, insbesondere auf die Küstenstaaten, die für den
Exporthandel unentbehrlich seien.
Um aber alle Produktionsquellen zur vollen Ausnutzung zu bringen,
ist in dem Inlande nicht nur die Beseitigung aller künstlichen Schranken,
sondern auch die Verbesserung der Kommunikationsmittel erforderlich,
um die Transportkosten zu ermäßigen. die verschiedenen Produktions-