Full text: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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durch den Staat ist in der Regel ein bestimmtes öffentliches Interesse ge 
wesen; weniger waren es fiskalische Interessen, d. h. das Streben, Gewinne 
durch Betreibung von Bankgeschäften zu erzielen. 
Nach dem GesetzüberdieStaatsbanken vom 18. Oktober 1935 
werden die 10 Staatsbanken, von denen die Preußische Staatsbank die 
bedeutendste ist, der unmittelbaren Aufsicht des Reichswirtschaftsministers 
unterstellt. Diese Banken, die in den früher selbständigen deutschen Staaten 
gegründet waren, besaßen Sonderrechte. Nunmehr ist der Reichswirtschafts 
minister ermächtigt, die zu einer zweckmäßigen Gestaltung der Organisation 
der Staatsbanken erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Er kann bestehende 
Staatsbankgesetze, Satzungen und Stellenpläne ändern und neu einführen, 
vor allem auch dieAufsichtüberdie Staatsbanken übernehmen. 
In Deutschland bestehen folgende Staatsbanken: 
1. Preußische Staatsbank sGeehanblung) y 
Durch Privileg vom 14. Oktober 1772 wurde, sieben Jahre nach Ent 
stehung der Königlichen (Preußischen) Bank, von Friedrich dem Großen 
die Seehandlungs-Sozietät als Gesellschastsbank gegründet. Der große 
König, der eifrig für das Wohl seiner Untertanen besorgt war, wollte in 
ihr „eine Gesellschaft errichten, deren Aufgabe es sein sollte, Seeschiffahrt 
unter preußischer Flagge zu treiben und die Häfen von Spanien und alle 
anderen Plätze zu besuchen, wo sie vernünftige und sichere Aussichten zu 
einem tüchtigen Gewinn von Ein- und Ausfuhren finden möchte". Sie 
sollte dazu beitragen, „Wohl und Wohlstand der Untertanen zu heben". 
Das Kapital der Seehandlung betrug 1200 000 Taler und war ein 
geteilt in 2400 Aktien zu 500 Talern, von denen der König 2100 Aktien 
für sich nahm. Die Gesellschaft hatte das Monopol, von dem Auslande 
(Spanien, England, Frankreich usw.) Salz anzukaufen, und genoß viele 
Vergünstigungen, z. B. Zollfreiheit. Durch Betrügereien des Präsidenten 
von Görne kam das Institut in eine mißliche Lage. 
i) Hei nicke, Die Preußische Staatsbank. Berlin 1928. Die Preußische 
Staatsbank sSeehandlung) 1772—1922. Berlin 1922. Die Preußische Staats 
bank (Seehandlung) 1922—1982. Berlin 1932. Art. „Die Preußische Staats- 
bank" im Buch des Kaufmanns, 6. Ausl., S. 546 ff. (dort weitere Literatur). 
Georg Obst, Die Königliche Seehandlung in Vergangenheit und Gegen 
wart, in der Zeitschrift für Handelswissenschaft und Handelspraxis. II, 6.
	        
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