Full text: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Im Jahre 1934 sind in verschiedenen größeren Städten des Reichs sog. 
Jmmobilien-Börsen errichtet worden. Die Bezeichnung „Börse" für 
den Handel von Immobilien und Hypotheken ist nicht zutreffend, da börsen 
mäßig nur fungible, nicht aber so individuelle Güter wie Gebäude und Hypo 
thekenforderungen gehandelt werden können. 
Den Markt, an dem Kapitaldisposition gehandelt wird, gliedert die 
Praxis in Geld markt und Kapital markt. Der volkswirtschaftliche 
Unterschied besteht nach Adolf Weber darin, daß „der Geldmarkt das Fi 
nanzierungszentrum der in Bewegung befindlichen jeweiligen Volks 
wirtschaft, der Kapitalmarkt hingegen das Finanzierungszentrum der von 
den Zufälligkeiten der Dynamik losgelösten, aufdieDauer eingestellten 
Volkswirtschaft ist". „Geldmarkt", sagte ein kluger Praktiker, „ist die 
kleine flüssige Schicht, die über der tiefen Masse des gesamten Vermögens 
schwebt." Während auf dem Kapitalmarkt Angebote von langfristig 
zur Verfügung stehender Kaufkraft mit den Nachfragen hiernach sich begegnen 
sAktien, Obligationen usw.), wird auf dem Geld markt Verfügungsgewalt 
über Geldkapital für kurze Fristen angeboten und gesucht. Der Geld 
markt dient dem Verkehr in Wechseln, Devisen und L e i h g e l d 
stägliches Geld, Ultimogeld usw.). Im engeren Sinne versteht man unter 
„Geldmarkt" diejenigen kurzfristigen Geldgeschäfte, die in börsenmäßiger 
Art getätigt werden. 
Der Kurs gehört, sobald er festgesetzt ist, der Vergangenheit an. Er 
kann nicht — oft ist er auf Grund eines sehr geringen Umsatzes zustande 
gekommen — Bewertungsgrundlage für die vorhandene Menge des be 
treffenden Wertpapiers sein. Die Faktoren der Preisgestaltung sind viel 
gestaltig: Zinsfuß, Sicherheit des Kapitals, Art der Tilgung sAuslosung 
oder Rückkauf) und — oft völlig unberechenbar — die Börsenten 
denz, die aber nicht gleichbedeutend ist mit K o n j u n k t u r v e r l a u f Z- 
in landwirtschaftlichen Erzeugnissen in bearbeiteter und unverarbeiteter Form 
sowie Futter- und Düngemitteln, 
die Metallbörse dem Abschluß von Großhandelsgeschäften in edlen 
und unedlen Metallen. 
Außerdem ist in den Börsenräumen der Verkehr in kaufmännischen Hilfs 
leistungen (Versicherungsgeschäft, Frachtgeschäft, Lagereigeschäft u. dgl.) gestattet. 
Z Das Harvard-Institut und die nach seinem Vorbilde in Europa einge 
richteten Konjunktur - Forschungsinstitute haben sich um die 
Ausbildung der Wirtschaftsstatistik und der Beobachtungsverfahren große Ver 
dienste erworben. Die Praxis ist aber oft andere Wege gegangen.
	        
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