Full text : Zur Frage der Naturalteilung

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~  h  Zahl  der  von  bäuerl.  0/
^  '  miehel.  Müttern  Geborenen  0
1901  11  2,8
1902  12  2,76
19C3  14  3,24
1904  11  2,49
Es  ist  dies  ein  verschwindend  kleiner  Prozentsatz.  Die  Orte  des
Milzgrnndes  einschließlich  Aubstadt  haben  an  den  unehelichen  Geburten
einen  verhältnismäßig  starken  Anteil.

6.

Sonstiges.
Es  ist  unverkennbar,  daß  die  Naturalteilung  ans  den  Menschen
selbst  und  seine  Lebensweise  einen  Einfluß  ausübt.  Der  Unterschied
fällt  nicht  so  sehr  ans  dem  eng  begrenzten  Gebiet  des  Grabfeldes  in
die  Augen;  doch  vergegenwärtige  inan  sich  das  Bild  eines  echten  altbayerischen
  Hosbaueril  und  das  eines  einfachen  fränkischen  Bauern.
Ter  Bauer  im  Gebiete  der  Nattiralteilung  ist  im  Gegensatz  zum  Bauern
des  Anerbenrechtsgebietes,  der  schon  in  jungen  Jahren  ein  großes  Gut
erhält,  gezwungen,  mit  seinem  kleinen  Besitztum  sehr  haushälterisch  zu
wirtschaften  und  sich  auf  die  einfachsten  Lebensbedürfnisse  zu  beschränken.
Dem  Bauern  des  uaturalteilendeu  Grabfeldes  ist  Fleiß,  Sparsamkeit
und  Nüchternheit  liachznrühmen.  Bei  der  kleineren  Besitzgröße  ist  eine
intensive  Bodenbestellung  natürlich  und  notwendig.  Ter  Durchschnittsertrag
  vom  Hektar  belief  sich  im  Bezirk  Königshofen  1902
bei  Winterweizeu  Winterroggen  Sommergerste  Hafer
auf  25,5  21  27,5  21  Doppelzentn.
Hinsichtlich  der  Wohnungen  ist  ein  Unterschied  zwischen  den
Gegenden  mit  geteilter  und  ungeteilter  Übergabe  bemerkbar.  Zn  jeder
einzelnen  Besitzgröße  muß  ein  mehr  oder  minder  großer  Komplex  von
Wirtschaftsgebäuden  gehören.  Tie  Größe  der  Gebäude  hat  sich  nach
der  Größenzusammensetznng  des  Grundbesitzes  zu  richten.  Die  Naturalteilung ­
  verlangt,  da  sie  eine  kleinere  Besitzeinheit  schafft,  auch  entsprechend ­
  kleinere  Gebäude,  soll  nicht  Grundkapital  und  Gebändekapital
außer  allem  Verhältnis  stehen.  Die  Gebäude  sind  daher  im  Grabfeld
meist  klein  und  nicht  gerade  von  gefälligem  Äußeren.  Das  Wohnhaus
ist  einstöckig,  das  Wohnzimmer  bildet  mit  dem  anstoßenden  Schlafzimmer ­
  und  einer  Kammer  die  einzigen  Räume  des  Stockes;  zwischen
den  Giebeln  befindet  sich  die  ein-  oder  zweifenstrige  sog.  bessere  Stube.
Ist  die  Familie  noch  klein,  so  genügt  ein  solches  Haus  vollkommen  den
            
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