Full text: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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goldsmith’s notes, große Bedeutung. Diese Noten, die Vorläufer der 
Schecks, waren zahlbar bei Vorzeigung und lauteten in der Regel aus 
den Inhaber. 
Im Jahre 1694 entstand die nach dem Plan des Schotten William 
Patterson gegründete Lank ob England, deren Organisation und 
Tätigkeit in einem späteren Kapitel noch ausführlich gewürdigt werden 
wird. Bis zur Gründung der Bank von England blieb das Bankgeschäft 
in den Händen der Goldschmiede. Reine Girobanken, wie in Venedig, 
Genua, Amsterdam, Hamburg und Nürnberg, hat es in England nie 
gegeben. Infolge des geregelten, einheitlichen Münzwesens waren sie 
auch nicht nötig. 
Das Monopol der Bank von England, als einzige Aktiengesell 
schaft in England und Wales Bankgeschäfte zu betreiben, wurde 1826 
eingeschränkt — die Gründung von Gesellschaften auch von mehr 
als 6 Mitgliedern wird gestattet an Orten, die mindestens 65 englische 
Meilen von London entfernt sind — und 1833 gänzlich aufgehoben. Auch 
in London selbst stand nunmehr der Gründung von Aktienbanken nichts 
mehr im Wege. Das Hauptpassivgeschäft beruht in der Ansammlung 
von Depositengeldern. Ursprünglich von Bankiers betrieben, ging es 
später auf die Privatbanken (Banken mit nicht mehr als 6 Teilnehmern) 
und neuerdings auf die Aktiengesellschaften über. 
Die englischen Depositenbanken lassen sich einteilen in 
1. purely metropolitan and suburban banks (reine Londoner Banken, 
ohne Filialen in der Provinz); 
2. Metropolitan and provineial banks (Banken, die in London und 
in der Provinz Geschäfte besitzen) und 
3. purely provincial banks (reine Provinzialbanken). 
3(e6en den Depositenbanken gibt es Privatbanken. Während ihre 
Zahl in London im Jahre 1832 62 betrug, ist sie heute auf 5 herabgesunken. 
Die Diskonthäuser (discount houses; bill brokers) sind Vermittler 
zwischen Geldgeber und Geldnehmer. Ein wichtiges Glied des Londoner 
Geldmarktes bilden die „merchant bankers" (kaufmännische Bankiers). 
Ursprünglich nur Wechsel akzeptierend, die zur Bezahlung der von ihnen 
gekauften Waren dienen sollten, gaben sie ihr Akzept nachher auch den 
Wechseln anderer Kaufleute und schafften als tüchtige Kaufleute und Finan 
ziers dem englischen Akzept Ansehen in der ganzen Welt.
	        
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