Full text: Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

323 
21* 
wird gewogen, wobei der Gewichtsverlust in der Weberei und Ap 
pretur genau bekannt sein muß. Welche dieser Methoden richtig ist, 
darüber haben sich die Fachleute zu unterhalten. Hier interessiert in 
der Hauptsache die Verteilung der Generalunkosten. 
Man verteilt die Zusatzkosten lediglich nach dem Gewicht, 
nach dem Maß, der Menge oder dem Flächeninhalt der 
Fabrikate, z. B. in Webereien, Spinnereien, und dividiert einfach 
die Jahressumme aller Unkosten durch die Produktion. Man nimmt 
also auf die Feinheit der Zwirne, Garne etc. keine Rücksicht, 
differenziert die Kostenanteile der Fäbrikatsgruppen nicht und er 
mittelt einfach und bequem, aber unrichtig einen Durchschnitts 
kostenpreis der Mengen-, Gewichts- oder Maßeinheit. Oder man 
greift einige Unkosten, z. B. Lohn- und Materialunkosten heraus, 
verteilt sie nach der Länge der Fertigfabrikate und den Rest der 
Unkosten nach dem Gewicht, wobei nicht einzusehen ist, in welchem 
ursächlichen Zusammenhang die Verteilungsmaßstäbe zur Propor 
tionalität der Unkosten stehen. Solche summarische Kalkulationen 
sind richtig, wenn eine Fabrik stets die gleiche Produktion erzielt, 
gleich nach Menge und Qualität, so daß der Kostenanteil der Pro 
duktionseinheit Schwankungen nicht unterworfen ist. Produziert 
der Unternehmer mehr als das Normale, verringern sich die wirk 
lichen Selbstkosten gegenüber den berechneten. Bei günstiger Kon 
junktur kann der Produzent zu Normalpreisen verkaufen und trotz 
dem einen Mehrgewinn erzielen, bei Absatzvergrößerung hingegen 
kann er den Überschuß über die normale Produktion zu billigeren 
Preisen abgeben (vgl. Differentialkalkulation). 
In Webereien versucht man eine Differenzierung der 
Unkostenzuschläge mit Rücksicht auf die Verschiedenheit 
der Ware, indem man die Rohstoff kosten sowie die Arbeitskosten, 
diese nach Arbeitsstadien getrennt, berechnet, für die Ergänzungs 
kosten aber einen Aufschlag pro Meter Fertigware an 
rechnet, der, wenn er verhältnismäßig richtig sein soll, nach Art 
der Ware, ob einfacher, schwieriger, hochschäftiger, Verschieden 
sein muß. Der Aufschlag bleibt ein gefühlsmäßiger Schätzungs 
wert, der nicht rechnerisch auf seine Richtigkeit geprüft wird. 
Andere Betriebe berechnen einen durchschnittlichen Prozent 
aufschlag auf die direkten Herstellungskosten oder 
rechnen verschiedene Prozentaufschläge, welche die Art der Ware, 
wie beim Meteraufschlag, oder den Verkaufswert berücksichtigen, 
dergestalt, daß die bessere und teure Ware einen größeren Kosten 
zuschlag zu tragen hat. Wiederum andere Fabriken verteilen die 
Ergänzungskosten nur nach der Höhe der Fabrikationslöhne, ohne 
Rücksicht darauf, daß ein Teil der Unkosten nicht den Arbeitskosten 
proportional ist.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.