Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

485

3.  durch  indirekte  Rimesse,  d.  h.  durch  Sendung  von  Wechseln,  Schecks
usw.  auf  einen  dritten  Platz,  z.  B.  Sendung  von  Berlin  nach  London
in  Wechseln  auf  Paris.  —  Der  Arbitrageur  muH  bei  dieser  i  n  -
direkten  Arbitrage  die  Kurse  mehrerer  Plätze  vergleichen,
um  festzustellen,  wo  er  zur  Abdeckung  einer  Schuld  eine  Devise  am
billigsten  kaufen  kann.
Während  es  sich  bei  der  Ausgleichsarbitrage  darum  handelt,  den  vorteilhaftesten ­
  Weg  zu  suchen,  um  eine  bereits  bestehende  Verbindlichkeit ­
  zu  begleichen,  bzw.  eine  Schuld  einzuziehen,  werden  bei  der  Differenzarbitrage
  zwei  neue  Geschäfte  eingegangen.  Der  Arbitrageur  such:
ein  Wertpapier  oder  eine  Devise  oder  ein  Quantum  gemünztes  oder  ungemünztes
  Edelmetall  an  einem  Orte  so  billig  zu  erwerben,  daß  beim
sofortigen  Verkauf  an  einem  anderen  Platz  nach  Abzug  aller  Spesen  noch
ein  Nutzen  für  ihn  bleibt.
Sah  z.  B.  der  Arbitrageur,  daß  trotz  der  Spesen  (Courtagen,  Stempel,
Porti  usw.)  bei  Berücksichtigung  der  verschiedenen  Art  der  Kursnotierung
spanische  Exterieurs  in  Paris  sich  billiger  als  in  Berlin  stellten,  so  kaufte  er
einen  Posten  hiervon  in  Paris  und  verkaufte  denselben  Betrag  gleichzeitig  an
der  Berliner  Börse.
Die  Arbitragegeschäfte  erfolgen  meist  L  meta,  d.  h.  gemeinsam  mit  einer
Firma  des  fremden  Platzes,  mit  dem  man  arbitriert.  Besitzt  die  Firma
an  dem  betreffenden  Platze  eine  Filiale,  so  werden  die  Geschäfte  natürlich
mit  dieser  abgeschlossen.
Nehmen  wir  an,  die  Firma  A  in  Berlin  beabsichtige,  mit  Hamburg
zu  arbitrieren.  Sie  wird  die  befreundete  Bankfirma  B  in  Hamburg
fragen,  ob  sie  geneigt  sei,  mit  ihr  in  eine  Metaverbindung  zu
treten,  und  zwar  derart,  daß  ein  aus  diesen  Geschäften  sich  ergebender  Gewinn
  bzw.  Verlust  geteilt  werde.  Erklärt  B  sich  hiermit  einverstanden,
und  hat  man  sich  auch  sonst  über  die  Modalitäten  geeinigt,  dann  beginnt
der  Verkehr  der  beiden  Firmen,  bzw.  ihrer  beiden  Arbitrageure,  der  in
der  Hauptsache  sich  telephonisch  abspielt.
Jni  Börsengebäude,  von  dem  Hauptsaale  leicht  erreichbar,  befinden  sich
eine  Anzahl  Telephonzellen,  die  den  Börsenbesuchern  gegen  Entrichtung
einer  Gebühr  zur  Verfügung  stehen  Die  Berliner  Börse  besitzt
J )  An  der  Berliner  Börse  werden  Telephonzellen  zur  alleinigen  Benutzung
einer  Firma  vermietet,  oder  die  Benutzung  ist  jeweils  gegen  Zahlung  einer
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.