Full text : Kapitalismus und Sozialismus

Unschädlichkeit  des  privaten  Zinsbezugs

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des  arbeitslosen  Einkommens  in  der  heutigen  Wirtschaftsordnung
ist  nicht  sowohl  zu  beurteilen  vom  Standpunkte  des  Einkommensbezugs
  als  vielmehr  von  dem  der  Einkommensverwendung  aus.
6uch  in  der  heutigen  Wirtschaftsordnung  müssen  irgendwie  die  Mittel
für  den  wirtschaftlichen  Fortschritt  aufgebracht  werden,  und  auch
heute  ist  zunächst  das  Zinsen-  und  sonstige  Renteneinkommen  dazu
da,  um  zur  Vermehrung  des  volkswirtschaftlichen  Kapitals  verwendet
Zu  werden.
Die  für  die  volkswirtschaftliche  Beurteilung  des  privaten ­
  Zinsbezugs  entscheidende  Frage  ist  also  die  nach
der  Verwendung  des  Zinseneinkommens,  verwenden  die
privaten  Kapitalbesitzer  das  Einkommen,  das  ihnen  ihr  Lefitz  abwirft, ­
  zur  Hauptsache  nicht  für  ihren  persönlichen  Bedarf,  geben
sie  es  mit  anderen  Worten  nicht  konsumtiv  aus,  sondern  stellen  sie
es  in  den  Dienst  der  Kapitalbildung  und  -Vermehrung,  so  verliert
die  Tatsache  des  Vorhandenseins  von  arbeitslosem  Einkommen  ihre
Hauptgefahr.  Denn  diese  liegt  darin,  daß  die  Bezieher  des  Kapital-Zinses
  und  der  Grundrente  ihr  Einkommen  zu  einer  müßigen  und
verschwenderischen  Lebensführung  verwenden.  Wenn  sie  das  tun,
dann  kann  die  Institution  des  arbeitslosen  Einkommens  allerdings
die  Folge  haben,  daß  die  eigentlich  arbeitenden  Schichten  der  Bevölkerung ­
  dadurch  in  ihrem  Einkommen  verkürzt  werden.  In  dem
Rkaße  dagegen,  in  dem  die  Kapitalisten  und  Grundbesitzer  ihr  Renteneinkommen ­
  dazu  verwenden,  um  immer  wieder  neues  vermögen  zu
bilden,  wird  diese  Gefahr  vermieden.
Das  Urteil  über  das  arbeitslose  Einkommen  in  der  heutigen  Gesellschaft ­
  muß  also  in  erster  Linie  von  dem  Gebrauch  abhängig  gewacht ­
  werden,  den  die  Klassen,  die  dieses  Einkommen  beziehen,  von
ihm  machen,  hier  ist  somit  ein  Punkt,  wo  das  Urteil  über  die  bestehende ­
  Wirtschaftsverfassung  wesentlich  mit  bedingt  wird  durch
das  wirtschaftlich-moralische  Verhalten  der  besitzenden  Klassen  selbst.
Je  einfacher  und  sparsamer  diese  leben,  je  mehr  sie  ihren  verbrauch
beschränken  auf  das,  was  sie  durch  eigene  Rrbeit  verdient  haben,
            
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