Full text : Kapitalismus und Sozialismus

Luxus  und  Sparen

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nicht  nur  Erhaltung  des  Kapitals,  sondern  auch  fortgesetzte  Vermehrung ­
  des  Kapitals  zur  Pflicht.
Wie  steht  es  nun  in  diesem  für  die  allgemeine  Beurteilung  der
bestehenden  Wirtschaftsordnung  in  erster  Linie  entscheidenden  Punkte
mit  dem  tatsächlichen  Verhalten  der  wohlhabenden  und  reichen  Klassen ­
  ?  Es  ist  natürlich  nicht  leicht,  hierüber  ein  Urteil  abzugeben.  Denn
es  handelt  sich  hier  um  die  Frage,  wieviel  die  oberen  Klassen  vonihrem
Ankommen  konsumtiv  ausgeben  und  wieviel  sie  wieder  der  Kapitalbildung ­
  widmen.  Darüber  dringt  aber  im  allgemeinen  nichts  in
die  Öffentlichkeit,  sondern  der  Vorgang  spielt  sich  im  stillen  Kämmerlein ­
  ab.  Daß  hier  aber  kein  Grund  zu  der  Besorgnis  vorliegt,  das
Unternehmer-  und  das  Rentnertum  könnten  in  dem  Streben  nach
üppigem  Lebensgenuß  die  Kapitalbildung  vernachlässigen,  dafür  hat
der  Sozialismus  selbst  Zeugnis  abgelegt,  wenn  auch  wider  willen,
in  der  allgemeinen  Klage,  die  er  und  andere  mit  ihm  über  die  Schrankenlosigkeit ­
  und  Unersättlichkeit  des  Erwerbstriebs  der  Unternehmer
angestimmt  haben.  Oie  Allgemeinheit  dieser  Klagen,  die  das  Lieblingsthema ­
  der  Moralprediger  aller  Länder  schon  seit  Jahrhunderten
bilden,  ist  ein  deutliches  Zeichen,  daß  das  Unternehmertum  im  allgemeinen ­
  nicht  von  dem  Streben  nach  üppiger  Lebensführung  und
Genuß  beherrscht  ist.  wäre  dem  so,  dann  könnte  nicht  gut  zugleich
darüber  geklagt  werden,  daß  vom  Unternehmertum  in  seinem  rastlosen ­
  Erwerbstreben  nur  immer  Kapital  auf  Kapital  gehäuft  werde.
Der  eine  Vorwurf  hebt  den  anderen  auf.  wenn  wir  immer  wieder
hören  müssen,  daß  die  großen  Unternehmer  „vermögen  ansammeln,
die  ihren  Besitzern  selber  zum  Unheil  gereichen  und  jedem  vernünftigen ­
  Maßstabe  eines  kulturgemäßen  Bedarfs  Trotz  bieten",  wenn
J-  B.  Äußerungen  von  Rockefeller  zitiert  werden,  die  angeblich  in
geradezu  klassischer  Form  die  jeden  vernünftigen  Grundes  bare  Tendenz ­
  zum  schrankenlosen  Erwerb  zum  Ausdruck  bringen  sollen,  die
dem  kapitalistischen  Unternehmer  eigentümlich  sein  soll,  wenn  Rockefeller ­
  selbst  dabei  als  der  Geschäftsmann  bezeichnet  wird,  der,  fragte
Man  ihn  selber,  nicht  zu  sagen  wüßte,  weshalb  er  immer  nach  mehr
            
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