Full text: Kapitalismus und Sozialismus

Luxus und Sparen 
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wit Feuer und Schwert diejenigen auszurotten streben, welche nicht 
pflichtgemäß mit dem ihnen anvertrauten Pfunde wuchern? Vder 
fall man gar jede Bevorzugung durch Geburt und Glücksfälle aus 
der wirtschaftlichen Welt verbannen? Es kommt mir vor, als wenn 
ein großer Teil derjenigen, welche das für die Aufgabe einer gründ 
lich reformierten Sozialpolitik halten, sich hier mehr vom Gefühl 
der Mißgunst als von objektiven Erwägungen leiten lassen. Läßt 
der Himmel seine Sonne scheinen und seinen Regen fallen auf Ge 
rechte und Ungerechte, da sollte sich der Mensch nicht vermessen, in 
wirtschaftlichen Dingen eine absolut vollkommen verteilende Gerech 
tigkeit durchführen zu wollen, zumal wenn das neue Gebäude der 
absolut gerechten Wirtschaftsordnung auf dem sandigen Boden des 
Neides und ähnlicher Gefühle von Menschen errichtet werden soll, 
die selber weit davon entfernt sind, den Anforderungen der Ge 
rechtigkeit zu entsprechen." 
Das Gesamtergebnis unserer Betrachtungen ist also das: Die Exi 
stenz eines umfangreichen arbeitslosen Einkommens in der bestehen 
den Wirtschaftsordnung ist noch nicht ohne weiteres ein Grund, um 
über sie unter moralischen und sozialen Gesichtspunkten den Stab 
Zu brechen. Auch das arbeitslose Einkommen hat im gegenwärtigen 
Dirtschastsleben eine wichtige Funktion zu erfüllen. Es hat neben 
den Ersparnissen, die vom Arbeitseinkommen selbst gemacht werden, 
ZUr Hauptsache die Mittel für den wirtschaftlichen Fortschritt aus 
zubringen. Daß das arbeitslose Einkommen heute auch wirklich seiner 
Hauptmasse nach für diesen Zweck verwendet wird, das ist jetzt frei 
lich nicht durch irgendwelche gesetzliche Einrichtungen sichergestellt 
und läßt sich auf dem Wege gesetzlicher Vorschriften — etwa durch 
Controlle der Einkommensverwendung bei Gelegenheit der Steuer 
deklarationen — auch wohl kaum sicherstellen. Ls setzt vielmehr ein 
bestimmtes freiwilliges wirtschaftlich-moralisches Verhalten der 
Klassen voraus, decken das arbeitslose Einkommen zufließt. Ls gilt 
darum immer aufs neue in diesen Blassen das Gewissen zu schärfen, 
daß sie in ihrer Lebenshaltung einfach bleiben, jedem unnötigen
	        
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