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I, 2. Lrwerbswirtschast und Konsumgenossenschaft
wenn der Konsument auch angeben sollte, welche Kleider, welche and
hüte, welche Bücher, welche Spielsachen usw. er in der nächsten Bev
Periode verbrauchen wird, so würde er in die allergrößte verlegen- ' such
heit kommen, hier sind wir gewöhnt, unter den uns in großer Zahl Nen
vorgelegten fertigen Warenmustern unsere Auswahl zu treffen, und mal
wir würden es ohne Zweifel alle höchst unangenehm empfinden, weü
wenn man diesen Zustand ändern wollte. stre
Für die Produktion bedeutet dieser Zustand aber, daß sie es nicht gef«
mit der Versorgung eines gegebenen Bedarfs zu tun hat, sondern Fra
daß sie selbst vielfach erst den Bedarf wecken muß, den sie befrie- allg
digen will. Besonders deutlich läßt sich das in solchen Gewerben, die folg
einem regelmäßigen Modewechsel unterworfen sind, verfolgen, wie ITtoi
z. B. in vielen Zweigen der Textilindustrie, bei der Herstellung von weo
Kleiderstoffen, Bändern, Spitzen, Stickereien usw., ferner aber auch 20.
in der Glas- und der keramischen Industrie, der Schmuckwarenfabri- verl
kation, der Spiel- und Kurzwarenverfertigung usw. Linen großen biet
Teil der Zeit und der Arbeitskraft der Produzenten nimmt hier die der
Schaffung neuer Muster in Anspruch, mit denen sie den jährlich sich Bai
erneuernden Kampf um den Markt aufnehmen. bau
Für die Unregelmäßigkeit der Bedarfsgestaltung und für die Er- I
fcheinung des periodischen Modewechsels im modernen Wirtschafts- lich
leben will man nun freilich nicht selten die Produzenten selbst verant- scha
wörtlich machen. Sie selbst seien es gewesen, die die Geißel geschaffen I
hätten, unter der sie jetzt stöhnten. Diese Betrachtungsweise beruht scha
indessen auf einer ganz unzulänglichen Auffassung der Ursachen Pro
des Modewechsels. Der Modewechsel ist nicht etwa von den Unter- also
nehmern willkürlich geschaffen worden, sondern er entspringt all- ber
gemeinen Eigenschaften, welche die menschliche Natur im Gemein- . beh,
schaftsleben entwickelt. In einer Gesellschaft, in der es verschiedene &ers
Einkommensschichten gibt und in der Freiheit des Konsums herrscht, ihm
wird es immer auch einen Modewechsel geben. Der Modewechsel hat iich>
seinen Ursprung einerseits in dem Streben der wirtschaftlich besser nun
Gestellten nach Abwechselung und Unterscheidung von der Masse, wa,