Full text : Kapitalismus und Sozialismus

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1,3.  Unternehmung  und  Produktivgenossenschaft

denartiges  zusammenwerfen,  wenn  man  die  eben  erwähnten  beiden
Fälle  dem  Risiko,  das  der  Unternehmer  zu  tragen  hat,  einfach
gleichsetzt.
was  zunächst  die  Zinskapitalisten  betrifft,  so  ist  es  ja  richtig,
auch  sie  können  beim  Zusammenbruch  einer  Unternehmung  das
dieser  überlassene  Uapital  einbüßen.  Aber  die  Gefahr  einer  Uapitaleinbutze
  ist  für  sie  eben  durch  das  Vorhandensein  eines  eigentlichen ­
  Unternehmungskapitals  verringert.  Erst  mutz  dieses  ganz  verloren ­
  sein,  ehe  das  von  ihnen  der  Unternehmung  überlassene  Uapital
gefährdet  sein  kann.  Vas  Verhältnis  zwischen  dem  fix  entschädigten
und  dem  auf  den  Überschutz  der  Produktion  angewiesenen  Uapital
ist  naturgemäß  in  den  einzelnen  Geschäftszweigen  sehr  verschieden
und  schwankt  auch  von  Betrieb  zu  Betrieb  wieder  stark.
wenn  der  Unternehmer  über  dieses  Verhältnis  die  Entscheidung
trifft,  so  kommen  für  ihn  sehr  verschiedene,  und  zwar  zum  Teil
miteinander  in  Widerstreit  liegende  Gesichtspunkte  in  Betracht.  In
je  höherem  Matze  er  mit  fremdem,  fest  verzinslichem  Uapital  arbeitet, ­
  um  so  bessere  Gewinnaussichten  hat  er  für  das  von  ihm
selbst  in  seinem  Betrieb  investierte  Uapital.  Diese  Erwägung  drängt
ihn  also,  möglichst  viel  fremdes  Uapital  gegen  festen  Zins  heranzuziehen. ­
  Ruf  der  anderen  Seite  aber  wird  eine  Unternehmung  um
so  widerstandsfähiger  und  bricht  weniger  leicht  zusammen,  je  stärker ­
  das  eigene,  auf  den  Ertrag  der  Unternehmung  angewiesene
Uapital  im  Verhältnis  zu  dem  Uapital  vertreten  ist,  das  Anspruch
auf  feste  Entschädigung  hat.  Vas  hat  sich  z.  B.  sehr  deutlich  bei
den  amerikanischen  Eisenbahnen  gezeigt.  Die  amerikanischen  Eisenbahnen ­
  sind  meist  mit  einem  relativ  geringen  Aktienkapital  und
einer  sehr  hohen  Gbligationsschuld  begründet  worden.  Der  Fall  ereignet ­
  sich  daher  ziemlich  häufig  bei  ihnen,  daß  die  für  die  Dbligationen
  aufzubringenden  Zinsen  nicht  aus  den  Betriebserträgnissen  gedeckt
Personen,  welche  ihm  ihr  Vermögen  kreditiert  haben.  Der  Unternehmer
produziert  daher  zwar  immer  auf  eigene  Rechnung,  aber  nicht  nur  auf
eigene,  sondern  auch  auf  die  Gefahr  seiner  Arbeiter  und  seiner  Gläubiger."
            
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