Die Regelung des Wirtschaftskrieges nach den Vorschlägen usw. 131
direkte Ausfuhrprämien an der Herabsetzung der Preise und der Aneig
nung der fremden Märkte mitwirke. Daneben wird es noch als H a n d e 1 s-
spionage bezeichnet, wenn die in Frankreich errichteten Handels
auskunftsstellen den Deutschen und Österreichern die Möglichkeit böten,
sich über die Handels- und Industrielage gleichartiger Unternehmen, über
ihre Zahlungsfähigkeit und ihren Bedarf an Rohstoffen und Materialien
auf dem laufenden zu erhalten. Gewisse Berufe, beispielsweise die des
Bankiers oder Börsenmaklers erlaubten den Deutschen und Österreichern
sich in die französische Finanzorganisation „einzumischen“. Er
wähnt werden aber auch loyale Ursachen der deutschen Überlegenheit;
bessere Organisation, billigere Transportmittel, billigere Brennstoffe,
bessere und zahlreichere Wasserwege, bessere Ausnutzung der Neben
produkte, serienweise Massenfabrikation, Anhäufung von Warenvorräten
und anderes.
Insbesondere verwies Clementel darauf, daß Deutschland sich
in der Rohstoffversorgung zum Herrn über ausländisches Erz
gemacht habe, die es vom Ausland beziehe, aber im Inland verarbeite.
Es verarbeite Zink aus Australien, Bauxit aus der Provence, Asbest aus
Rußland oder Schottland.
Die Monopole, die Deutschland z. B. auf dem Weltmärkte in der
Farbstoffindustrie, dem es 87 % aller Farbstoffe zuführe, besitze, seien
vielfach durch den Zusammenschluß besonders kapitalkräftiger Kartelle
entstanden. Das Kartell der Farbstofffabriken z. B. sammle sich um die
badischen Anilin Urb werke: es habe ein Kapital von mehr als einer Mih
liarde. Deutschland erstrebe die Kontrolle über gewisse Rohstoffe,
besonders Metalle.
Hinsichtlich der beiden letztgenannten Methoden des wirtschaft
lichen Angriffes wird auch der Rechtsgrund angegeben, aus dem die
behauptete Rechtswidrigkeit abgeleitet wird. „Die freieVerfügung
über Rohstoffe ist ein wichtiger Faktor für die Wirtschaftskraft einer
Nation und die Verbündeten sind entschlossen, die einem Lande unbedingt
notwendigen Rohstoffe nicht mehr anderen zu überlassen.“ In dieser
Äußerung Clementeis zeigt sich ein Ansatz zur Bewertung des
wirtschaftlichen Wettbewerbes der Völker vom imperialistischen
Standpunkte aus, weil in ihr dessen Forderung einer inländischen
Verwertung von Rohstoffen hervortritt.
Schließlich wird darauf hingewiesen, daß auch die Art der mili
tärischen Kriegführung der wirtschaftlichen Vorherrschaft Deutsch
lands nach dem Kriege dienen solle. So hätten nicht nur im Kriegs
gebiete, sondern auch im besetzten Gebiete die Fabriken zur Herstellung
des Kriegsbedarfes für die Mittelmächte gearbeitet; Fabriken, deren Er
zeugnisse mit der deutschen Industrie konkurrieren könnten, seien voll
ständig ausgeraubt worden. Man habe nicht nur die Rohstoffe weg