fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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SCHWEIZ. — Finanzen. 
Bemerkungen. (1) Bern. Nach der Rechn. v. 1863 wurden 771,(»00Fr. 
für das Militär und 929,545 für das Uuterrichtswesen aufgewendet. Der Werth 
der Grundstücke blos im alten Kantonstheile war zu 440 Mill, catastrirt. — 
(2) Zürich. Im Budg. f. 1804 erschienen : Militär mit 440,000, Erziehungs 
wesen mit 820,500 (bei einer Gesammteinn. von 3’310,000, sonach fast % der 
Kinn, für Erziehungszwecke ! Das Kirchenwesen erscheint gesondert mit 413,043 . 
Ausser dem unmittelbaren Staats- beträgt das Stiftungsvermögen 39*', Mill. — 
(3) Waadt. Im Budg. f. 1803: Milit. (mit ausserord. Aufwande) 709,800, Un 
terricht 002,575, öffentl. Arbeiten 703,289. — (4) Aargau. Kechn. f. 1803: 
Erziehung 330,345, Milit. 299,789. — (5) St. Gallen. Steuercapital 1804. 
234Mill. — (0) Freiburg. Actiwermögen ausser Elsenb. 0'/, Mill. — 7) Ba 
selland. Steuercapital 97% Mill. — (8) Luzern. Budget für 1803: Milit 
240,505, Erziehung 210,470. — 9) Graubünden. Steuerbares Vermögen 147 
Mill. ; ausserdem über 13 Mill. Corporationsvermögen. — (10, Zug Steuer- 
capit. (1803) 30 Mill. ^ ^ ' 8- 
In der vorstehenden Tabelle sind viele blos formelle Ueberträge aus 
frühem Etats einbegriffen ; ebenso durchlaufende Posten ; endlich solche 
Lasten, welche in andern Staaten, als Leistungen der Gemeinden und 
Kirchen, ausser dem Staatsbudget bleiben. Unter Berücksichtigung die 
ser Momente erhalten wir für die Finanzverwaltungen in der ganzen 
Schweiz, Bundes- und Kantonallasten zusammen, folg. Resultate: 
Netto der Rechnungen des Bundes etwas über St, Mill. Fres. 
- - - der Kantone 30—32 
Zusammen etwa 30 
Hievon treffen auf die Hauptpositionen 
der E i n n a h m e n : 
aus Domänen ungefähr . 10 Mill. 
- directe!! Steuern . 10 
- indirecte!! Abgaben . 10 
der Ausgaben: 
Besoldungen *) .... 4’000,000 
Unterricht 5’5( 10,000 
Militär 7’500,000 
Pensionen 
00,000 
Schulden 5’000,000 
Seit etwa 10 Jahren haben sich die Finanzverhältnisse der Kantone 
vielfach gewaltig umgestaltet. Die Anforderungen sind gestiegen, aber 
auch die Mittel. Die Ansprüche an den Staat vermehrten sich sowol 
in Folge der fortschreitenden Entwicklung, als des Sinkens des Geld- 
werthes. Die alten Aufstellungen (z. B. des verdienten und nicht nach 
Verdienst gewürdigten Franscini) gleichen durchaus nicht mehr den jetzi 
gen Zuständen. Die Verhältnisse im Ganzen haben sich aber nicht ver 
schlimmert, sondern verbessert. Die Ausgaben für das Militärwesen 
sind besonders gestiegen, theils vorübergehend (Erwerbung gezogener 
Kanonen und Gewehre), theils bleibend. Man hat zudem auf diesen Etat 
in wunderlicher W eise sogar die Gesammtsumme für Herstellung von 
Schweiz gegen früher ungemeu! gestiegen ist. Dieser Aufwand, so weit er die 
eidgenöss. (also die Central-) Casse betrifft, war 1850 nur 919,122, 1850 erst 
1'710,818 Fr., ist aber un Budget für 1805 sogar zu 4'212,000 veranschlagt. Von 
der letzten Summe kommen aber allerdings wieder P005,000 Fr. auf Strassen- 
und Kasernbauten und auf weitere Anschaffungen gezogener Geschütze. 
♦) In Zürich erhält ein Regierungspräsident 4000, ein Reg.-Rath 3500 Fr 
Besoldung; in Bern letzt. 5000, in St. Gallen 3500; in Waadt Präsident und 
Räthe gleichmässig 4000; im Thurgau Präsident 2757, Räthe 2333—2545 ; — 
in Glarus der Landammann 700, der erste Rathsschreiber dagegen 2000, der erste 
Weibel 1000; in Appenzell Ausserrhoden der regierende Landammann 200, jedes 
andere Mitglied der Standescommission 100 Fr. !
	        
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