Full text: Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

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III. Hauptteil. 
eine neue Existenz nicht würde gründen können, sie mußte 
voraussehen, daß Frankreich alle Entschädigung der ihres 
Eigentums Beraubten Deutschland überlassen würde, und 
mußte ohne Zögern diese Entschädigung in der für Deutsch 
land notwendigen und somit auch für den Einzelnen zweck 
mäßigen Weise durchführen. Vielleicht hätte sich nicht 
sofort feststellen lassen, welchen Verlust an Hab und Gut 
der einzelne Vertriebene erlitten hatte, so konnte unter 
Umständen der Fall eintreten, daß dem Einzelnen beim 
Wiederaufbau seiner Existenz, z. B. als Siedler, mehr an 
Werten vom Reich gegeben worden wäre, als er hätte 
beanspruchen können. Auch dies wäre nicht schlimm ge 
wesen, wenn es- dadurch gelungen wäre, diese völlig ent 
wurzelten Menschen fest in unsere Wirtschaft einzugliedern, 
und zwar an einer Stelle, wo ihre Arbeitskraft eine Kräf 
tigung unseres Wirtschaftskörpers bedeutet hätte. 
Wir haben zwar im zweiten Teil unserer Betrachtung 
nachgewiesen, daß nur ein kleiner Teil der vertriebenen 
Elsaß-Lothringer diesen für unsere heutigen wirtschaft 
lichen Verhältnisse in erster Linie wichtigen Berufen an 
gehört. Aber gerade bei den Flüchtlingen wäre ein Be 
rufswechsel in großem Umfang, wie wir ihn heute in 
unserem Volk erstreben müssen, leichter durchführbar ge 
wesen. 
Ein großer Teil, vor allem unter den Beamten und 
freien Berufen sowie den Handel- und Gewerbetreibenden, 
hätte diesen Berufswechsel nicht vollziehen können. Für 
diese mußte unverzüglich dadurch gesorgt werden, daß 
ihnen ihre Verluste, die sie bei ihrer Vertreibung von Heim 
und Arbeitsstätte erlitten hatten, sofort ersetzt wurden, da 
mit sie sich möglichst aus eigener Kraft eine neue Existenz 
begründen konnten, während die Beamten so rasch als 
möglich wieder angestellt werden mußten. Doch auf diese 
Fragen werden wir später noch genauer eingehen. 
Hinsichtlich der Übernahme der Vertriebenen stellen 
wir fest, daß sie nicht nach großen volkswirtschaftlichen 
Gesichtspunkten durchgeführt worden ist. Einige Ansätze 
hierzu müssen hervorgehoben werden.
	        
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