Full text: Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

WANDERÜNGSVEELAUF UND GETROFFENE MASSNAHMEN. 165 
diese Regelung wieder verschoben, weil eine nochmalige 
völlige Neuordnung der Besoldung der Reichsbeamten be 
vorstehe, und nun die vertriebenen elsaß-lothringischen 
Beamten im Rahmen dieser Neuregelung behandelt wer 
den sollen. Wie zu erwarten war, nimmt diese Neurege 
lung Monate in Anspruch. Eine Besserung der Lage der 
vertriebenen elsaß-lothringischen Beamten ist immerhin 
auf die Weise erreicht worden, daß seit September 
1920 die Auszahlung ihres Gehalts mit gewissen Vor 
schüssen auf die zu erwartenden neuen Gehaltssätze erfolgt. 
Am 1. September 1920 betrug die Zahl der aus Elsaß- 
Lothringen ausgewiesenen oder ausgewanderten Landes 
beamten, Gemeindebeamten und Lehrer; 
62?0. 
Davon waren von Reich und Ländern und Gemeinden 
wieder fest angestellt 
1882 
vorübergellend beschäftigt 
2570 
nicht beschäftigt 
1818 
Am schwerwiegendsten ist hinsichtlich dieser Unter 
bringung der elsaß-lothringischen Beamten, daß noch heute 
annähernd 2000 keinerlei Beschäftigung gefunden haben. 
Diese erzwungene Beschäftigungslosigkeit ist bei den Be 
amten ebenso bedauerlich, wie bei einem großen Teil von 
Vertriebenen aus anderen Berufen. Diese erhält das Reich 
durch Fürsorge, jene durch Zahlung ihrer Gehälter, ohne 
daß sie irgendeine Funktion in der Produktion in unserer 
■ Wirtschaft erfüllen. 
Wir haben im zweiten Teil dieser Untersuchung bei 
Betrachtung der wirtschaftlichen Notlage unseres Vater 
landes und der Entwicklung, die unsere Volkswirtschaft zu 
ihrer Kräftigung erfahren muß, hervorgehoben, daß eine 
Umschichtung unserer nationalen Arbeitskräfte nach der 
Urproduktion hin erfolgen muß. So könnte man versucht 
sein, diese elsaß-lothringischen Beamten, deren Unterbrin 
gung in unserem bereits stark übersetzten Beamtenkörper 
Schwierigkeiten macht, zur Arbeit in die Urproduktion 
überzuleiten.
	        
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