Donaukoinmission — Donau-Main-Kanal.
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frequenz um 150 Proz. zugenommen, die
beförderte Gütermenge hat sich verdoppelt.
Ausserdem beteiligen sich noch 59 Dampfer,
558 eiserne Schleppboote und mehrere
Hundert hölzerne Ruderfahrzeuge unb
Segelschiffe an dem Verkehr der D. und
ihrer Nebenflüsse. Große Mengen von
Getreide aus Rumänien und Bulgarien
kommen jährlich auf der D. nach Österreich
und Deutschland (1872: 4,526,489 Ctr.,
1^78: 3,199,482 Ctr.). Auf dem zum
Deutschen Reiche gehörigen Teil der D.,
ihren Nebenflüssen und dem Donau-Main-
Kanal wurde der Verkehr dllrch 47 Segel
schisse von 2562Ton. vermittelt. Nachofsi-
zlekler Statistik können befahreit werden:
Bezeichnung der
Wasserstraße
Donau bis Passau. .
Rechtsseitige Nebenflüsse
linksseitige Nebenflüsse
Donaugebiet:
Schiff
bare
Strecke
Kiloin.
385.0
307.0
54,8
74(5,0
Tiefgang von
unter
0,75
Meter
300,o
32,8
0,75
Bieter
85.0
307,o
22.0
332,8 414,o
Der Schiffsverkehr an der Sulina-
mündung, dem einzigen brauchbaren
Mündungsarm, hat sich sehr gehoben; cS
liefen aus (ohne die Postdampfer)
1878: 1862 Schiffe von 700463 Tonnen
1879: 2262 - - 797554
Unter letzter» waren 721 Dampfer von
559,028 Ton. und davon wiederum
479 englische von 408,492 T. Nach den
Flaggen verteilt sich die obengenannte
Zahl von Schiffen wie folgt:
Schisse Tonnen
Englische 404 412 706
Griechische 848 182430
Österreichisch - Ungarische . 142 61110
Türkische 545 47613
Französische 49 37221
Russische 88 24049
Italienische 49 13594
Deutsche 10 7658
Schwedisch »Norwegische . 11 7118
und eine Anzahl andrer Nationen. Die
Meisten Schiffe laufen in Ballast ein.
Hauptausfuhrartikel ist Getreide (1879:
«'644,714 hl gegen 13,708,564 hl in
1878).
Donaukommissiou, europäis ch c,
mit dem Sitz in Galatz, wurde errichtet
in Ausführung des Vertrags von Paris
(30. Marz 18o6) und bestätigt durch den
Vertrag zu Berlin (13. Juli 1878).
Die Kommission besteht aus Delegierten
von Deutschland, Frankreich, England,
Österreich, Rußland, Sardinien, Türkei
und Rumänien; sie ist unabhängig von
letzterm und hat gewisse Vollmachten
mit souveräner Gewalt über die Strecke
der Donau von Jsaktscha abwärts.
Sie ernennt einen Generaliuspcktor der
untern Donau sowie den Hafenkapitäu
vou Sulina und wird durch vertrags
mäßig an den Douaumüttdungen statio
nierte Kriegsschiffe unterstützt. Sie übt
die Polizei, erhebt Steuern, nimmt An
leihen auf und verfügt über die ihr zu
fließenden Mittel zum Zweck von Arbeiten
im öffentlichen Nutzen. Am 13. März
1871 wurde auf der Pontuskonferenz ein
neuer Traktat geschlosseu, wonach die
Neutralisation des Schwarzen Meers
aufhören, die bestehende Kommission 12
Jahre dauern und die Neutralisation
bezüglich der geschaffenen und zu schaf
fenden Arbeiten fortbestehen soll. Die D.
hat zwei Dämme au der Sulinamünduug
geschaffen, wodurch sehr tief gehenden
Fahrzeugen der Zugang zu dieser Mün
dung ermöglicht wird. KorrektionSarbci-
ten und Baggerungen sind vorgenommen,
ein Leuchtturm an der St. Gcorgömün-
dung, ein regelmäßiger Rettungsdienst und
ein Mariuchospital in Sulina errichtet
worden. Am 3. Juni 1880 wurde die
Durchschneidung der großen Krümmung
des Georgkanals beschlossen, welche die
Donaufahrt schwierig und gefährlich macht,
so daß künftig große Handelsschiffe bis Ga
latz und Braila stromauf fahren können.
— DieFiuauzeu stehen sehr günstig und
ergaben 1879 einen Überschuß von 366,113
Mk. Die Einnahmen beliefen sich (mit
Ausschluß von Leuchtturm- und Lotsen-
#iU)rm) 1878 auf 2,566,330 %Rf., bic
Ausgaben auf 2,750,309 Mk. — Die
Schulden der Kommission bestanden 1.
3«,%. 1880 in 3,290,968 SRf., beim %f=
tiva von 1,839,596 Mk. gegenüberstanden
Donau-Main-Kanal (Ludwiaska-
nal) führt von der Altmüht bei'Diet-