Das Studium.
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seitig durchdringen und beeinflussen. Diese Verbundenheit kam aber an den
Stätten, an denen die Wirtschaftslehre und die Techniklehre gelehrt wurden,
nicht mehr zum Ausdruck. Im Gegenteil, es hatten sich diese beiden Wissensgebiete
immer mehr zu Sonderstudien entwickelt und somit jegliche Verbindung
miteinander verloren. In den Fällen, in denen Techniker und Kauf leute zusammen
arbeiten sollten, redeten sie Jeder eine eigene Sprache und konnten sich gegenseitig
schwer aufeinander einstellen. Die Folge war der Ruf aus Industrie und
Wirtschaft nach technisch vorgebildeten Kaufleuten und Volkswirten, die soviel
technisches Verständnis haben, daß sie die Produktionsvorgänge und den Fragenkreis
des technischen Geschehens übersehen können, aber ebenso nach Ingenieuren,
die mit der kaufmännischen Denkweise vertraut sind.
Das erstrebenswerte Ziel war also, einen Kaufmann heranzubilden, der das
Wesen der Technik und das technische Denken begriffen hat, der die Sprache der
Technik versteht und sich deren Gedankenwelt durch eingehendes Studium zumindest
eines Gebietes der Technik zu eigen gemacht hat und somit gleichzeitig
den Gegensatz zwischen Ingenieur und Kaufmann im Betriebe herabzumindern
imstande ist. So ist es die Anforderung des praktischen Lebens, die für die
wirtschaftlichen Berufe ein Studium der Wirtsohaftslehre mit technischem Einschlag
zweckmäßig erscheinen ließ. Da es sich bei der Einrichtung eines solchen
Studiums um das Nachbargebiet der Technik, der Wirtschaft, handelt, so wurde
der Absolvent dieses Studiums als Wirtschaftsingenieur bezeichnet. Wirtschaftsingenieur
heißt also, daß jemand im wesentlichen Wirtschaftslehre studiert und
sich soweit zusätzlich mit Technik beschäftigt hat, daß er technische Angelegenheiten
verstehen und bearbeiten kann. Der Wirtschaftsingenieur soll nicht
selbst entwerfen, bauen und gestalten können; er soll aber in der Lage sein,
diese Dinge zu beurteilen und sie im Bereiche seines Hauptfaches, der Wirtschaft,
anzuwenden.
Aus dieser Aufgabe ergibt sich Art und Umfang des Studiums, in dem eine
Verbindung hergestellt werden muß zwischen der Technik und der Wirtschaftswissenschaft.
Entsprechend der Wichtigkeit der wirtschaftsbetrieblichen Ausbildung
für den Ingenieur-Kaufmann ist das Gebiet der Wirtschaftsbetriebslehre
mit der Volkswirtschaftslehre und dem Recht in den Mittelpunkt gestellt und das
Gebiet der Technik auf die allgemeinen Grundlagen abgestellt worden, wobei
allerdings ein größeres Gebiet der Technik zur besseren Erkenntnis der technischen
Forschung ebenfalls bis auf die letzten Forschungsergebnisse durchgearbeitet
wird. Es handelt sich hier also um ein wirtschaftswissenschaftliches
Studium in enger Verbindung mit der Technik. Studiengänge dieser Art sind mit
Rücksicht auf das Vorhandensein hervorragender für diese Zwecke geeigneter
technischer Vorlesungen und Übungen mit den zugehörigen Materialsammlungen
an einigen Technischen Hochschulen eingerichtet worden, so in Berlin, Dresden
und München. Der Absolvent dieser Studiengänge erhält in Berlin entsprechend
dem Standort des Studiums den akademischen Grad eines Diplomingenieurs.
Anders in Dresden, wo das Studium beendet wird mit der Abschlußprüfung eines
technischen Volkswirts und in München mit der eines Diplom-Wirtschafters.
Bei dem im folgenden wiedergegebenen Studienplan ist Bezug genommen auf
die Einrichtung des Studiums des Wirtschaftsingenieurs an der Technischen
Hochschule Berlin.
Das Studium erstreckt sich über acht Semester. Die Kernfächer sind Wirtschaft und
Technik. Je nach den Absichten des Studierenden kann das Studium vorwiegend betriebswirtschaftlich
oder volkswirtschaftlich ausgeriohtet werden. Die grundlegenden Vorlesungen
sind für beide Richtungen gleich. Entsprechend dem Standort des Studiums ist es natürlich,
daß die wirtschaftsbetriebliohe Schulung auf der Technischen Hochschule mehr auf die Industriewirtschaft
und auf den Industriebetrieb abgestellt ist. Unter Hinzurechnung der