Nach dem Gegenstand.
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Die die Produktionsmittel herstellenden Betriebe, die Maschinenfabriken, sind den eigentlichen
Verbrauohsgüterbetrieben vorgeschaltet, indem sie die zu deren Herstellung notwendigen
Maschinen liefern. Das bedingt zunächst eine besonders enge gegenseitige Fühlungnahme,
da die Hersteller der Maschinen natürlich aufs genaueste auch über die Natur der
herzustellenden Verbrauchsgüter unterrichtet sein müssen. Dadurch ergibt sich eine gewisse
Arbeitsteilung insofern, als die Betriebe der Maschinenherstellung sowohl in ihrem Betrieb
als auch in ihrem Absatz stark technisch bestimmt sind. Der Absatz ihrer Anlagen ist eben
fast durchweg nur unter stetiger genauester Kenntnis der Herstellungsvorgänge und ihrer
Wandlungen möglich. Ihr Bestreben geht in der Hauptsache dahin, ihr Tätigkeitsfeld durch
Einbeziehung immer neuer Gebiete zu erweitern, also immer neue Arbeiten der Maschinisierung
zuzuführen, und ferner, durch stetige Verbesserung und Verfeinerung der Maschinen
eine Verbilligung der Herstellung und damit des hergestellten Erzeugnisses herbeizuführen.
Diesem Bestreben wird allerdings häufig bald dann eine Grenze gesetzt sein, wenn solche
Verbesserungen nur noch selten erzielbar sind. Es tritt eine Stockung in der Eindung und
Erfindung umwälzender Neuigkeiten ein; die Konstrukteure vertiefen sich in die Einzelheiten
und Feinheiten ihrer Maschinen—wieder in engster Fühlung mit den Betriebsleitern der abnehmenden
Betriebe — und versuchen durch beste Umgestaltung die Kauflust auf ihr Erzeugnis
zu lenken. Die Jagd nach dem Schutz durch Monopol setzt ein: einmal in Richtung
des Patentschutzes selbst der geringsten Kleinigkeiten und ferner durch Schaffung von Vereinbarungen
zwischen den Herstellern gleichartiger Erzeugnisse, die sich allmählich herausbilden
(Schreibmaschinen, Werkzeugmaschinen).
Mit der Herausbildung von Standardtypen ändert sich allerdings dann die gesamte Struktur
der diese Typen herstellenden Fabriken. Im Betriebe setzt Reihen-, Serien-, Fließfertigung
ein mit all den Folgen für Betriebsleistung, Kostenrechnung und Kapitalausstattung. Fast
ebenso umwälzend aber ist die Veränderung im Absatz: der Kaufmann bricht ein und bemächtigt
sich der Standardmaschinen, die nun für ihn „begreifbar“ werden, da ihre Technik
festgelegt und wißbar ist. Damit geht der mehr oder minder überragende Einfluß des Ingenieurkonstrukteurs
verloren; da nun eine Art Verbrauohsgut hergestellt wird, schiebt sich
der Ingenieurbetriebsleiter in den Vordergrund mit der Aufgabe, dieses Gut bestens und
billigst herzustellen. Die äußere Umgestaltung der Organisation durch stärkeres Hervortreten
der Betriebsbüros und der Kaufmännischen Büros ist das Kennzeichen dieser Entwicklung.
Fast auf allen Gebieten des Maschinenbaus scheint sich diese Entwicklung durchzusetzen:
Pumpen, Motoren, Werkzeugmaschinen, Fördermittel werden mehr und mehr standardisiert
und somit dem Bereich des Kaufmanns unterstellt, wie es schon früher mit den Rohstoffen
der Industrie: Schrauben,Nieten, Walzeisen,Blechen, Draht- und Drahtstiften, Baubeschlägen
usw. geschehen war.
Nur der Bau ganzer Anlagen ist vorläufig — und wohl für immer — das fast ausschließliche
Gebiet des Ingenieurkonstrukteurs geblieben. Als besondere Beispiele seien der Werftbetrieb,
der Bau von Kraftanlagen, von Walzwerken, chemischen Anlagen usw. genannt.
Diese Betriebe benutzen als Bauelemente z. T. fertige Aggregate: Motoren, Transformatoren,
Apparate, Feuerungsanlagen, Kraft- und Arbeitsmaschinen, die von den Maschinenfabriken
mit genau vorher bezeichnetem Platzbedarf und Leistung geliefert werden, und kombinieren,
bauen aus diesen Einzelstücken das Ganze zusammen: Sie bauen auf oder bauen
ein! Hier sind natürlich der Wunsch des Abnehmers und die örtlichen Verhältnisse oberste
Leitsätze des Handelns.
Die Kraftgewinnungshetriebe sind bestimmt durch ihr Erzeugnis: die Kraft, die sowohl
an Produktionsmittel- als auch an Verbrauchsgüterfahriken und Haushalte abgegeben wird.
Ihre Kennzeichnung liegt in der Gleichförmigkeit des Erzeugnisses einerseits, der Ungleichförmigkeit
der Abnehmer (nach Menge und Kaufkraft) andererseits, endlich der schwierigen
Speicherbarkeit. Das hat, vom Erzeugnis ausgehend, zu besonders gearteten Preistarifen und
zur Staffelung dieser Tarife nach Mengenabnahme und Art und Zeit des Verbrauchs geführt.
Diese Neigung zur Festlegung der Preise hat auch in der Verbrauchsgüterindustrie weitgehend
Eingang gefunden: die Vereinheitlichung der Waren und Preise im Markenartikel, der
ja als ganz besonderes Kennzeichen der letzten Entwicklung anzusprechen ist. Der damit
notwendig verbundene Zwang zur Werbung durch andere Mittel als die bisherigen des Preisnachlasses
oder der Qualitätsänderung hat zu der steigenden Bedeutung der Absatzforschung,
Marktforschung usw. geführt und damit den Kaufleuten in diesen Betrieben ganz überragenden
Einfluß gesichert. Dabei kann der Schwerpunkt des Betriebes sowohl im Handel als auch
in der Herstellung liegen: Entweder gliedern sich Handelsbetriebe, zwecks Verbesserung ihrer
Erzeugnisse und Steigerung des Absatzes, Veredlungsbetriebe an, oder Fabrikationsbetriebe
kommen zur eigenen Durchführung des Absatzes immer mehr in den Handel hinein (Mercedes-Schuhfabriken,
Uhrenfabriken, Metall- und Kleineisenwarenfabriken, Kraftfahrzeugfabriken
usw.).