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Die Arten und Formen der Wirtschaftsbetriebe.
schiedenen Wegen vor sich gehen. In technischer Beziehung kann man mit Sombart
unterscheiden: Manufaktur betriebe, in denen die ver- oder bearbeitende
Tätigkeit ganz oder zum überwiegenden Teil auf Handarbeit beruht, die von Menschen
ausgeführt wird. Hierbei ist es möglich, daß alle Menschen die gleiche Arbeit
leisten (Beispiel: Steinklopfer), oder daß die Arbeit in einzelne Teile aufgelöst
wird, die nebeneinander erledigt werden oder aufeinander folgen (das berühmte
Beispiel von Smith über die Anfertigung von Nadeln). Innerhalb der Manufakturbetriebe
gibt es wieder verschiedene Arten, je nachdem wie die Ver- oder Bearbeitung
vor sich geht. Sombart unterscheidet: aufbauende und umformende
Manufakturbetriebe. Bei den ersteren handelt es sich um die Zusammensetzung
verschiedener Einzelteile zu einem Ganzen. Hierher gehört das Baugewerbe, der
Schiffsbau und vor allem der Maschinenbau. Bei den umformenden Manufakturbetrieben
wird der Rohstoff in eine andere Form gebracht, wie z. B. in der Textil-,
Leder- usw. Industrie.
Als Gegenstück zum Manufakturbetrieb erscheint die Fabrik, bei der die Arbeitsvorgänge
automatisiert sind, also selbständig verlaufen. Die menschliche
Arbeitskraft führt oder sie leistet Hilfsdienste. Die Mittel sind: in der mechanischen
Industrie die Arbeits- und Werkzeugmaschinen, in der chemischen Industrie
die Apparatur, wie die Kessel, in denen sich die chemischen Vorgänge ahspielen.
Die Unterscheidung zwischen Manufaktur und Fabrikbetrieb hat nichts mit der
Größe zu tun; beide Arten können groß oder klein sein. (Näheres über Größe:
unter IV.) Es muß ferner betont werden, daß der Manufakturbetrieb auch mit
Maschinen arbeiten kann: Kraft- und Arbeitsmaschinen, die im Arbeitsvorgang
noch von Menschenhand geführt werden (Beispiel: Krane beim Zusammenbau
von Großmaschinen). Freilich geht die Entwicklung immer mehr dahin, die
menschliche Arbeitskraft nicht nur im Arbeitsvorgang selbst, sondern auch
in der Hilfsstellung überflüssig zu machen (Beispiel: Stickautomaten, Walzwerk)
.
Endlich kann man die Gewerbe- (Industrie-) Betriebe nach der in ihnen verkörperten
Wirtschaftsarbeit unterscheiden. So gibt es Verlagsbetriebe, bei denen
Kaufleute die Ver- oder Bearbeitung von Stoffen in Heimbetrieben vornehmen
lassen oder deren Produkte sammeln; Handelsmanufakturen oder Handelsfabriken,
die als Nebenbetrieb des Handels anzusehen sind (Mühlen der Getreidehändler,
Ölmühlen in den Hafenstädten); ferner Fabrikgeschäfte, bei denen die technische
Herstellung der Güter verhältnismäßig einfach ist (infolge Verwendung
geeigneter Maschinen und Apparaturen) und wesentlicher Teil der Betriebsarbeit
eben die kaufmännischen Angelegenheiten: Einkauf, Verkauf, Finanzierung, Rechnungswesen
sind, wie z. B. in dem ausgedehnten Bereich der sog. Markenartikel
oder der chemischen Industrie. Endlich gibt es Technik-Industriebetriebe, in denen
die kaufmännische Arbeit zurücktritt, naturgemäß aber niemals gänzlich aufhören
kann und darf , weil sie sich aus der Verbundenheit mit dem Markt ergibt.
Diese mehr kaufmännische oder mehr technische Gestaltung der Gewerbe- (Industrie-)
Betriebe spiegelt sich nicht nur in dem Aufbau und der Organisation der
einzelnen Betriebe wider, sondern ist auch ausschlaggebend für die Menschen,
die in den Betrieben arbeiten —- Techniker und Kaufleute —. Insbesondere ist
dies von Bedeutung für die Wirtschaftseigner, ob sie die Voraussetzungen für den
technischen, technisch-kaufmännischen oder kaufmännisch-technischen Industriebetrieb
mitbringen. So überwiegt z. B. in der Markenartikelindustrie bei weitem
die kaufmännische Arbeit, während in der Werkzeugherstellung naturgemäß der
Techniker im Vordergrund steht.
Eine besondere und eigenartige Stellung im Rahmen der Industriebetriebe nehmen die
Maschinen und Kraft liefernden Betriebe ein: die Maschinenfabriken und Elektrizitätswerke.