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Die Organisation.
Arbeitsart durchgeführt wird, so daß die Bearbeitung der Lohnzettel dieser Abtei
lung gegenüber denen einer anderen Abteilung oft einen erheblichen Unterschied
aufweisen kann. Es besteht aber in diesem Fall ein ganz besonderer Zweck, näm
lich eine Abrechnung nach Kostenstellen, neben dem Artteilungszweck, der Lei
stungssteigerung des betreffenden Angestellten.
Hierbei fällt auch gleich der Unterschied im Zweck zwischen Mengen- und
Artteilung auf: bei der Artteilung handelt es sich fast immer um eine Leistungs
steigerung und damit um eine Verbilligung; bei der Mengenteilung handelt es sich
jedoch meist um die Erreichung eines bestimmten organisatorischen Zwecks, ja
es kann die Mengenteilung nach bestimmten Gesichtspunkten sogar zu einer
Kostensteigerung führen, die aber für die Erreichung des übergeordneten Zweckes
in Kauf genommen wird. So macht die unter Umständen nötige Sortierung des
Arbeitsmaterials im letzten Beispiel — der Lohnzettel — Kosten, welche sonst
nicht aufgetreten wären.
Die zweite Hauptgruppe der Aufgabengliederung, die Aufgabenzerlegung, d. h.
die Aufspaltung der Arbeit oder die Zerlegung der Arbeit in kleinere Arbeitsein
heiten, ist immer zugleich eine Artteilung. So wird also zum Beispiel das Aus
schreiben von Rechnungen in drei Arbeitsvorgänge zerlegt: Adressieren der Rech
nung, Ausfüllen der Rechnung und Versenden; oder das Versenden in: Falten der
Rechnung, Adressieren des Umschlags, Frankieren und zur Post bringen, wobei
jeder einzelne Arbeitsvorgang von einem anderen Angestellten ausgeführt wird.
Artteilung hat also nichts mit der Art der Teilung zu tun, sondern teilt die Gesamt
arbeit in verschiedene Arbeitsarten. Diese Methode der Arbeitsteilung kommt
vorwiegend in der Technik zur Anwendung; die Arbeit wird — nach der Fordschen
Methode — in ihre Untereinheiten zerlegt, wobei Ford dieses System bis ins letzte
durchführt, indem jedem Arbeiter nur ein einziger Handgriff aufgegeben wird.
Die Arbeit wird also bis in die kleinstmögliche Einheit aufgespalten, also sozusagen
die Primzahl jeder Arbeit gesucht und sie bis dahin aufgelöst.
Außerordentlich wichtig für die Praxis der Aufgabengliederung ist ein hoch-
entwickeltes Ordnungswesen, d. h. eine weitgehende Normalisierung und Typi
sierung der Arbeit, welche Voraussetzung für jede Aufgabenzerlegung, die sinnvoll
sein soll, sind. Wenn nur ungleichartige Arbeit zu verteilen ist, läßt sich eine sinn
volle Aufgabenzerlegung nicht durchführen. Dann ist nur eine rein mengenmäßige
Aufgabenteilung, bestenfalls nach der Eignung der zur Verfügung stehenden Ar
beitskräfte möglich.
2. Zweck und Bedeutung. Die Bedeutung der Aufgabengliederung ist im fol
genden zu erkennen: sie ermöglicht einmal die Erledigung von Aufgaben, welche
über das Vermögen des einzelnen oder einer Gruppe von Menschen hinsichtlich
ihrer geistigen und körperlichen Kräfte und Fähigkeiten, der notwendigen Kennt
nisse und Handfertigkeiten und der zu bewältigenden Arbeitsgeschwindigkeit
hinausgehen. Sie gibt damit nicht nur eine Vereinfachung, sondern auch eine Ver
engung und Vervielfachung der einzelnen Aufgaben. Erst die Gliederung der einen
großen Zweckaufgabe des Betriebes in viele Einzelaufgaben schafft die Vorbedin
gungen für die Beschäftigung einer großen Anzahl von Menschen an einer gemein
samen Aufgabe: ,,Die Zahl der zur Erreichung eines bestimmten Wirtschafts
zwecks tätigen Menschen wächst . . . und zugleich findet eine Differenzierung der
Arbeit statt 1 .“ So unterteilt sich etwa die oberste Zweckaufgabe eines Waren
hauses, nämlich Handel zu treiben, in verschiedene sachliche Aufgabenkreise:
Einkauf, Lagerung, Absatz, Verwaltung, Geldwesen u. a. und weiter etwa der
Einkauf in: Angebotseinholung, Bestellung, Warenannahme, Rechnungsprüfung,
1 Bücher: S. 300.