Die Aufgabenverkettung.
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(dieses vor allem bei Vordrucken, die die Verbindung mit der Außenwelt herstellen)
zu schützen, ein maßgebliches Motiv ihrer Einführung und weiten Verbreitung.
Vor allem die Schriftstücke, welche eine rechtswirksame und wirtschaftlich erhebliche
Bindung herbeiführen, dürfen nicht dem Zufall der mehr oder minder sachverständig
oder sorgfältig arbeitenden unteren Betriebsmitglieder überlassen
bleiben. Der bestmögliche Sachverstand, die größte Erfahrung und peinlichste
Genauigkeit des Arbeitens braucht nur an einer einzigen Stelle, unter Umständen
nur bei einer einzigen Person vorhanden zu sein und kann durch den Vordruck
beliebig vervielfältigt und zeitlich erhalten werden 1 , 1 2 .
b) Die Straffung. (Zentralisation und Dezentralisation.) Die Begriffe Zentralisation
und Dezentralisation werden nicht eindeutig in der organisatorischen
Praxis verwendet: Zentralisation heißt zunächst nichts weiter als Einheitlichkeit:
sie kann sich demnach sowohl auf die Einheitlichkeit des die Organisation beherrschenden
Willens und der durch ihn ausgelösten Handlungen, als auch auf die
räumliche Einheitlichkeit der einzelnen Betriebsteile beziehen. Voraussetzung für
die Forderung nach Zentralisation ist also das Vorhandensein einer gewissen Vielgestaltigkeit
und Mannigfaltigkeit, sei es der Personen, der Willensvorgänge, der
äußeren Formen, der Handlungsweisen u. a. Dabei ist zu beachten, daß der Unterschied
zwischen Einheitlichkeit und Vielgestaltigkeit nur gradueller, aber nicht
grundsätzlicher Art ist. Die Gegensätze zwischen Zentralisation und Dezentralisation
entstehen da, wo eine Vielheit von Vorgängen und Meinungen möglich ist,
sind aber eigentlich schon bei den verschiedenen Gedankengängen zweier Personen
vorhanden; es ist im Grunde die Frage der Durchsetzung eines zentralen Willens 3
bei einer Mehrzahl von anderen Willensmöglichkeiten.
Sehr häufig sind auch die jeweiligen wirtschaftlichen Verhältnisse für die mehr
zentralistische oder mehr föderalistische Organisationsform maßgebend. Bei ungünstigen
Vorbedingungen, bei starken Gegenwirkungen innerer und äußerer Art,
bei Vorhaben, die unter schwierigen Verhältnissen durchgeführt werden müssen
oder sollen, in Tiefkonjunktur- und Krisenzeiten, bei scharfem Wettbewerb, gedrückten
Preisen, vergleichsweise geringem Vorrat an Arbeitskräften, Materialien
und Arbeitsmitteln, kurz überall da, wo die zur Verfügung stehenden Mittel ein
starkes Mißverhältnis zu dem gewollten Erfolg aufweisen, ist der zentralistische
Organisationstyp am Platze. Dagegen ist bei günstigen Vorbedingungen die größere
Selbständigkeit der Teile vorteilhafter, da sie eine freiere Entfaltung und Entwicklung
und dadurch eine bessere Ausnutzung aller natürlichen wirtschaftlichen,
rechtlichen und sozialen Möglichkeiten gestattet 4 . Hieraus erklärt sich die wirr
anmutende Entwicklung der wirtschaftlichen Gebilde in Zeiten der Aufwärtsentwicklung
und das Bestreben nach Vereinheitlichung, Zentralisation bei schrumpfender
Wirtschaftslage, wodurch es ermöglicht wird, daß die fester zusammengefügten
Teile sich länger gegen zerstörende Einwirkungen behaupten können.
Entsprechend dieser Vieldeutigkeit und Verschwommenheit des Begriffs ist
der Fragenkreis der Zentralisation bisher nicht immer klar erkannt worden. Wenn
ein Betrieb bei wachsender Größe Sorgen um die Beschaffung der Arbeitsmittel
(Rohstoffe, Arbeiter, Einlagen bei Banken usw.) hat oder einen größeren Abnehmerkreis
braucht, so gliedert er sich Einkaufsfilialen, Depositenkassen und
Zweigbanken, Nebenwerkstätten, Verkaufsvertretungen usw. an. Die Abbau1
Siehe le Coutre: Betriebsorganisation, S. 32.
2 Auf die Ausgestaltung der Vordrucke einzugehen, ist hier nicht möglich; eingehende
Unterrichtung über diese Frage ist zu finden bei Prelinger: S. 43—52, RKW-Handbuch der
Rationalisierung.
3 Siehe Mahlberg: Die Betriebsverwaltung, Sammelband, S. 18ff.
4 Siehe Bogdanow: Bd. I, S. 180ff., betr. „konjunkte“ und „disjunkte“ Struktur.