Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Die  Betriebsarbeit.

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fahrer  im  Walzwerk,  in  der  Maschinenzentrale,  im  Kraftwerk.  Diese  Tätigkeit  erfordert  weniger ­
  die  Kenntnis  der  Herstellung  als  vielmehr  der  Wirkungsweise  der  zu  betreuenden  Maschinen. ­
  Dabei  sind  etwa  im  Verkehrsbetrieb  nur  die  Vorgänge  und  Verrichtungen,  die  der
Schaffung  und  Erhaltung  der  Beförderungsgelegenheit  selbst  dienen,  als  rein  technische  Verkehrsarbeit ­
  anzusehen,  also  das  Betreiben  und  Unterhalten  der  Verkehrsmittel,  während  alles,
was  zur  Vermittlung  und  Förderung  der  Benutzung  geschieht,  der  kaufmännisch-verwaltenden
Arbeit  zuzureohnen  ist.
Kennzeichnend  für  alle  technische  Arbeit  ist  jedoch  neben  der  Verschiedenheit
der  Gebiete  eine  kaum  minder  große  Mannigfaltigkeit  der  technischen  Tätigkeit
selbst.  Die  technische  Arbeit  umfaßt  die  Forschung,  Berechnung  und  Planung,
den  Entwurf  und  die  zeichnerische  Gestaltung,  die  Durchführung  von  Versuchen
und  Prüfungen,  den  Aufbau  und  den  Betrieb  der  Anlagen.  Die  Unmöglichkeit,
alle  Gewerbezweige  und  Tätigkeitsgruppen  in  einer  Person  zu  erfassen,  hat  zu
sehr  weitgehenden  Spezialisierungen  gezwungen.  Es  gibt  nicht  Konstrukteure
schlechthin,  nicht  einmal  Maschinen-  oder  Elektrokonstrukteure,  sondern  Konstrukteure ­
  für  Pumpen,  für  Vorrichtungen  und  Werkzeuge,  für  Transformatoren,
für  Dieselmotoren,  für  Flugzeuge,  für  Turbokompressoren,  Preßluftwerkzeuge,
Transportgeräte,  für  Schwachstromanlagen,  Meßgeräte,  Beleuchtung,  für  Stahlhaus-, ­
  Brücken-  und  Wasserbau,  kurz;  für  jedes  geschlossene  technische  Gebiet
hat  sich  ein  Fachmann  herausgebildet.  Das  gleiche  gilt  für  den  Entwurfs-  und
den  Bau-  und  Betriebsleiter:  Bau-,  Berg-,  Verkehrs-  und  Hüttenwesen,  chemische,
Zucker-,  Brau-  und  Textilindustrie,  sie  alle  verlangen  Fachwissen,  wobei  sich  auch
hier  noch  besondere  Zweige  herausgeschält  haben:  der  Vermessungsfachmann  im
Bau-  und  Verkehrswesen,  der  Markscheider  im  Bergbau,  der  Laborant  in  der  Chemie. ­
  Bis  in  die  untersten  Stufen  der  eigentlichen  Ausführung  ist  die  Scheidung  zu
erkennen,  die  sich  aus  der  Notwendigkeit  ergibt,  dem  Bedürfnis  ein  einwandfreies,
wertvolles  Erzeugnis,  ein  Gut,  zur  Verfügung  zu  stellen.
3.  Die  kaufmännische  Arbeit.  Nach  dem  Vorstehenden  können  wir  zunächst
negativ  sagen;  der  Handelsbetrieb  als  der  Träger  und  augenfälligste  Vertreter  der
kaufmännischen  Arbeit  gewinnt  weder  dem  Boden  Güter  ab,  noch  nimmt  er  an
ihnen  Veränderungen  durch  Be-  oder  Verarbeitung  vor.  Hieraus  ergibt  sich,  daß
die  Arbeit  im  Handelsbetrieb  keine  Arbeit  an  den  Gütern  selbst  ist;  die  Güter
werden  von  den  land-  und  forstwirtschaftlichen  und  den  gewerblichen  Betrieben
erworben  und  im  gleichen  Zustand  weiter  veräußert.  Positiv  ausgedrückt  besteht
also  die  kaufmännische  Arbeit  darin,  daß  Güter  gekauft  und  verkauft  werden.  Der
Handelsbetrieb  kauft  die  Ware  zu  der  Zeit  oder  an  dem  Ort,  wo  sie  billig  ist,  und
sucht  sie  dort  zu  verkaufen,  wann  und  wo  er  einen  höheren  Preis  dafür  erzielt.
Die  kaufmännische  Arbeit  ist  ihrem  Wesen  nach  also  mehr  geistiger  Art:  im  Vordergrund ­
  steht  die  Überlegung,  welche  Ware  wann  und  an  welchem  Ort  gekauft  und
wann  oder  wo  sie  mit  Vorteil  wieder  verkauft  wird.
Der  Kaufmann  als  der  Träger  des  Handelsbetriebes  verschafft  sich  die  zu
diesem  Zweck  erforderliche  Kenntnis  von  den  verschiedenen  Waren,  ihren  Eigenarten ­
  und  ihrer  Bedeutung,  sei  es  für  sein  Heimatland  oder  darüber  hinaus.  Er
sucht  in  Erfahrung  zu  bringen,  wer  die  einzelne  Ware  herstellt,  woraus  sie  hergestellt
  wird,  ob  ein  Bedarf  für  sie  vorhanden  ist  oder  ob  sie  ein  vorhandenes  Bedürfnis ­
  zu  befriedigen  imstande  ist.  Den  Herstellern  nimmt  er  die  Mühe  des  Absatzes ­
  ab,  indem  er  die  Ware  zu  einem  festen  Preis  kauft.  Er  vergleicht  die  Preise
der  Hersteller  miteinander,  spornt  sie  an,  die  Güter  zu  niedrigen  Preisen  zu  erstellen; ­
  andere  Kaufleute  treten  mit  ihm  bei  der  Beschaffung  der  Ware  in  Wettbewerb ­
  :  so  wird  der  Kaufmann  zu  einem  wichtigen  Glied  der  Markt-  und  Preisbildung. ­
  Von  hier  aus  kann  es  geschehen,  daß  er  sich  ganz  von  der  Ware  loslöst
und  seine  Gedanken  allein  auf  die  Bewegung  der  Preise  richtet:  der  Spekulationshandel. ­

            
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