127
so dürften die tatsächlich drüben in Geltung gewesenen
Markkurse nicht viel anders gelautet haben, als die Diagramme
zeigen. Vielleicht hat dauernd eine gleichbleibende
Differenz dadurch bestanden, daß man drüben stets einen
höheren oder niedrigeren Satz als in Berlin angewandt hat.
Auch insofern waren die Kurse vielleicht anders, als nicht
anzunehmen ist, daß man den pence-t. t.-Satz Monate hindurch
auf derselben Preisstufe stehen ließ und den viel geringere
Bedeutung besitzenden Mark-t, t.-Satz fast täglich
änderte, wie das in Berlin entsprechend dem deutsch-englischen
Wechselkurse geschehen ist.
Diese Verhältnisse, die Deutschland ziemlich zu vernachlässigen
scheinen, drängen die Frage auf, wie wohl die
Mark-Notiz ausgefallen sein würde, wenn eine wirkliche
Preisbildung für Mark-Wechsel vor sich gegangen wäre. So
wie die Dinge bis jetzt liegen, kann man die Mark-Notiz
überhaupt nicht als Wechselkurs im gewöhnlichen Sinne ansprechen;
es ist gewissermaßen ein Verrechnungspreis, der
sich aber nach außerhalb der Sache liegendenVerhältnissen,
nach den Zahlungsbilanzen England/Asien und England/
Deutschland richtet, dem Verhältnis Asien/Deutschland anscheinend
also nicht gerecht wird. Das kann für den
deutsch-asiatischen Zahlungsverkehr allgemein ausgedrückt
günstig, ungünstig oder gleichgültig sein, günstig, wenn z. B,
pence-t, t. und Berlin-London in der Nähe der Parität stehen
und gleichzeitig das Forderungsverhältnis zwischen Deutschland
und Asien einen extremen Kurs bedingen würde, ungünstig
im umgekehrten Falle und gleichgültig, wenn nirgends
Extreme vorliegen.
An dieser Stelle muß nun auf ein Ergebnis der Wechselkursuntersuchung
von Schär 1 ) eingegangen werden, das
durch die Technik der hier beigefügten Diagramme besonders
deutlich geworden ist. Schär hat die Wechselkurse
einer Reihe von Plätzen, wie schon früher erwähnt, gleichnamig
und dadurch unmittelbar vergleichbar gemacht und
kommt durch eine Untersuchung der Ziffern zu folgendem
Ergebnis: „Hieraus ergibt sich die hochinteressante Tatsache,
daß die internationalen Wechselkurse sich im Gleichgewicht
1) Schär, Zahlungsbilanz und Diskont, Berlin o, J, (Sept, 1908).