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Um die hausindustriellen Werkstätten gesondert klassifizieren
zu können, müssen wir, wie gesagt, eine kleine Rechnung vornehmen.
1882 waren z. B. vorhanden 4694 Hauptbetriebe unter den haus-
industriellen Werkstätten. 4585 davon waren Alleinwerkstätten, ge
hören also sicher zu der 1. Rubrik in obiger Tabelle. Von den 109
hausindustriellen Gehilfenbetrieben können wir, wenn wir die Rech
nung analog L. Sinzheim er durchführen 1 ), noch 93 der ersten
Größenklasse überweisen, so daß 16 für die zweite übrig bleiben. Die
Rechnung beruht darauf, daß man annimmt, die hausindustriellen
Gehilfenwerkstätten der 1. Größenklasse beschäftigen durchschnittlich
2 Personen, diejenigen der 2. Größenklasse 11 Personen. Bezeichnet
dann x die Anzahl der Werkstätten, die noch der 1. Größenklasse,
y die Zahl der Werkstätten, die der 2. Größenklasse zu überweisen
sind, so ist 2 x -)- 11 y = 358, denn 358 ist die Zahl der Personen,
die auf alle hausindustriellen Gehilfenbetriebe entfallen, und ferner
ist x -)- y = 109. Aus den beiden Gleichungen ergibt sich, daß
annähernd x = 93, y = 16, d. h., daß 93 hausindustrielle Gehilfen
werkstätten mit 187 Personen zu den Betrieben mit höchstens 10 Per
sonen zu rechnen sind, die Testierenden 16 mit 171 Personen aber
zu den Betrieben mit 11—50 Personen gehören. Dieselbe Rechnung
sei für 1895 durchgeführt. Wir erhalten dann folgendes Resultat:
C. Zahl der hausindustriellen Werkstätten mit .... Personen'-).
Jahr
höchstens 10
11—50
Zusammen
1882
4678 (4585 Alleinbetriebe -f- 93 Geh.-Betriebe)
16
4694
1895
1062 (1015 „ +47 » )
17
1079
Nunmehr erhalten wir folgendes Bild von der Gliederung der
Hauptbetriebe nach Betriebsformen;
D. Die Betriebe nach Betriebsformen 3 ).
Handwerksmäßige
Hausindustrielle
Fabrikmäßige Groß-
Jahr
Betriebe
Werkstätten
betriebe
absolut
0/
Io
absolut
0/
10
absolut
°/
10
absolut
°i
Io
1882
788
■ 3.5
4694
80,3
111
1.9
249
4.3
1895
5 10
25,6
1079
54>2
98
4,9
304
15.3
» 1) L. Sinzheimer, a. a. O. S. 43—45.
2) Nach den Angaben der Unternehmer beschäftigten im Jahre 1882 80 Betriebe
Personen in der Hausindustrie, davon 48 bis zu 10 Personen, 28 11—50 Personen und 4
über 50 Personen, zusammen, wie bereits erwähnt, 1200 Personen. 1895 beschäftigten
54 Betriebe 635 Personen in der Hausindustrie.
3) L. Sinzheimer stellt sich im Widerspruch mit der Reichsstatistik auf den Stand
punkt, daß die hausindustriellen Werkstätten gar keine „Betriebe“ seien, sie bildeten viel-
Abhandlungen d. staatsw. Seminars z. Jena, Bd. III, Heft 8. 6
Lochmüller, Entwicklung der deutschen Baum Wollindustrie,