Full text : Die Preisprüfungsstellen

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7.  Nachweis  der  Notwendigkeit  der
P  r  e  i  s  p  r  ü  f  u  n  g  s  st  e  l  l  e  n.
Wenn  an  den  Preisprüfmigsstellen,  wie  das  oft  geschieht,  herbe
Kritik  geübt  wird,  so  mag  dies  für  einzelne  örtliche  Stellen  zutreffen. ­
  Jedoch  darf  nicht  vergessen  werden,  wie  ungeheuer  viel  Arbeit ­
  in  dem  ganzen  Preisprüfungswesen  geleistet  worden  ist  und  zwar
nicht  fruchtlose  und  unzweckmäßige  Arbeit,  sondern  ein  gut  Teil
Arbeit,  welche  die  Bevölkerung  vor  noch  wesentlich  schwierigeren  Ernährungs-
  und  Preisverhältnissen  bewahrt  hat.  In  der  Zentralstelle
sowohl  wie  in  den  Landes-,  Provinz-  und  Bezirkspreisstellen  und
vielen  mittleren  und  größeren  Ortspreisstellen  ist  erst  die  Grundlage
geschaffen  worden  für  die  Feststellung  angemessener  Preise,  die  reichsoder
  landesgesetzlich  oder  aber  von  den  Kommunalverwaltungen  festzusetzen ­
  waren.  Die  Grundsätze  zur  Beurteilung  der  Angemessenheit
der  Preise  im  freien  Verkehr  sind  in  langer,  mühevoller  Arbeit  vieler
dieser  Stellen  gewonnen  worden.  Wenn  sich  der  Handel  vielfach  gegen
die  Grundsätze,  die  im  Prcisprüfungswesen  ausgestellt  und  im
wesentlichen  von  den  Gerichten,  auch  unserem  höchsten  Gerichtshof,
dem  Reichsgericht,  übernommen  worden  sind,  sträubt,  so  ist  dies  begreiflich, ­
  da  die  vom  sriedensmäßigen  Herkommen  starr  ausgebildeten
Anschauungen  der  Handelskreise  sich  naturgemäß  nicht  ohne  weiteres
auf  die  Kriegsverhältnisse  umstellen  konnten.  Wenn  von  manchen
Seiten  immer  wieder  betont  wird,  daß  die  freie  Preisbildung  ohne
die  Einschränkungen  durch  die  Kontrolle  der  Preisprüsungsstellen  der
Bevölkerung  eine  bessere  Ernährung  gewährleistet  hätte,  so  ist  demgegenüber ­
  zu  betonen,  daß  eine  Vermehrung  der  Erzeugnisse  der  angespannten ­
  Tätigkeit  gegenüber,  die  schon  jetzt  allerorts  auf  diesem
Gebiete  herrscht,  schwerlich  hätte  herbeigeführt  werden  können.  Angesichts ­
  des  Mangels  an  Arbeitskräften,  Rohstoffen,  Maschinen,
Gebäuden,  sicheren  und  stabilen  Rentabilitätsgrundlagen  mußte  der
Anreiz  der  starken  Nachfrage  seine  vom  Frieden  her  gewöhnte  Einwirkung ­
  auf  die  Erzeugung,  von  der  die  Anhänger  der  freien  Wirtschaft ­
  alles  Heil  gläubig  erhofften,  mit  Bestimmtheit  versagen.
Höchstens  würde  eine  Umstellung  der  Produktion  von  einer  auf  die
andere  Ware  erfolgt  sein,  bei  der  die  Verdienstmöglichkeit  eine
wesentlich  günstigere  gewesen  wäre.  Dies  hätte  aber  unter  Umständen
katastrophale  Wirkungen  haben  können,  indem  eine  Ware,  die  für  die
Gesamtheit  unersetzlich  ist,  dem  Erzeuger  und  dem  Handel  aber  bei
freier  Preisbildung  unter  Umständen  aus  bestimmten  Gründen  einen
besonders  günstigen  Gewinn  nicht  abwirft,  unter  solchen  Verhältnissen
einfach  vom  Markte  zu  Gunsten  anderer  Waren  verschwunden  wäre.
            
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