Full text : Die Preisprüfungsstellen

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und  Leistungen  deutlich  unterscheiden,  Gewiß  trifft  das  auch  für
eine  Reihe  größerer  Prcisstellen  zu;  aber  es  gilt  nicht  für  die  überwiegende ­
  Mehrzahl,  Das  ist  unschwer  zu  erklären.  Der  Übergang
zur  Zentralbewirtschaftung  der  wichtigsten  Massengüter  vollzog  sich
schon  zu  einer  Zeit,  wo  die  Preisstellen  erst  kurz  bestanden,  oft  noch
keine  feste  Fühlung  mit  ihren  Aufgaben  hatten,  jedenfalls  aber  in
ihrer  Organisation  und  Tätigkeit  noch  traditionslos  waren;  die  ganze
Einrichtung  mußte  sich  erst  einspielen,  ihre  Aufgaben  erkennen  und
örtlich  angepaßte  Richtlinien  des  Arbcitens  als  brauchbar  herausfinden; ­
  che  die  weitaus  überwiegende  Mehrzahl  der  Preisstellen  soweit ­
  war,  hatte  sich  unter  dem  Druck  der  Verhältnisse  der  Übergang
zur  Zentralbewirtschaftung  vollzogen;  eS  waren  also  den  meisten
Preisstellen  die  ursprünglich  zugedachten'Ausgaben  schon  zu  einer
Zeit  beschnitten,  wo  sic  anfingen,  sie  richtig  zn  sehen  und  aufzunehmen.
Jene  Stellen,  die  von  vornherein  sin  Berlin  und  in  Baden  bestanden
schon  vor  der  Bekanntmachung  vom  25.  September  1915  mit  der
Preisprüfung  und  Preisüberwachung  betraute  Einrichtungen,  die
ohne  Reichsverordnung  aus  der  Sachlage  heraus  erwachsen  waren)
ihre  Allsgaben  richtig  begriffen  und  teilweise  mustergültig  arbeiteten,
fühlten  den  Wechsel  der  Dinge,  und  aus  ihnen  stammen  die  Klagen
über  abnehmende  Aufgaben  und  mangelnde  Zuständigkeit.
Daß  die  Prcisprnfuugs-Einrichtung  an  anderen  Orten  so  schwerfällig ­
  in  Fluß  kam,  hat  wohlverständliche  Gründe;  teilweise  fehlte
das  Arbeitsfeld,  die  Versorgungslage  im  Herbst  1915  war  nicht
überall  so  bedrohlich,  die  Preise  waren  gewiß  schon  gestiegen,  aber
noch  nicht  unerträglich  hoch;  im  agrarischen  insbesondere  mittel-  und
kleinbäuerlichen  Gebiete  waren  höchstens  für  einzelne  vom  Fern
Handel  bezogene  Waren  (Kolonialwaren,  Seefische,  Petroleum)  Versorgung ­
  und  Preisstand  unbefriedigend,  aber  auch  hier  ließ  sich  der
Mangel  teilweise  ersetze),  und  ausgleichen.  Dazu  kam  häufig  das
Fehlen  für  die  PreiSprüfungsanfgabeu  geeigneter  Persönlichkeiten.
Uninteressierte  Sachverständige,  mit  Handel  und  Handelswegen,  Geschäftsmethodcn
  und  kaufmännischer  Kalkulation  betraute  Personen,
ganz  zu  schweigen  von  juristisch,  volkswirtschaftlich  und  ähnlich  geschulten ­
  Sachverständigen  waren  mancherorts  gar  nicht  zu  beschaffen,
anderswo  nur  mit  Schwierigkeiten;  eigentlich  nur  bei  den  großstädtischen ­
  Preisstellen  war  die  geeignete  Personenbeschaffung  in  jeder
Hinsicht  möglich,  und  hier  nur  hatten  sie  alsbald  auch  ein  entsprechend
breites  Tätigkeitsfeld.  Daneben  mochten  mancherorts  „ressortpartikularistische",
  eins.  dem  Vcrwaltnngsaufbau  sich  ergebende
Gründe  mitspielen,  mit  der  Wirkung,  die  Preisprüfnngsstellen  bei  der
            
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