fullscreen: Die deutsche Zigarettenindustrie

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Soweit sich die deutschen Plätze, in denen sich in jüngster 
Zeit eine Zigarettenindustrie entwickelt hat, als Lehrmeister nicht 
direkt aus Rußland Arbeiter kommen ließen, suchten sie Dresdener 
Arbeiterinnen heranzuziehen. So wurden früher oft und werden 
zum Teil auch noch jetzt in Dresdener Zeitungen Arbeiterinnen 
nach auswärts verlangt, um dort die Zigarettenfabrikation einzu 
führen. Eine größere Anzahl solcher Arbeiterinnen aus ihrer Hei 
matstadt wegzuziehen, hat aber immer seine Schwierigkeit, weil 
Frauen zum Verlassen ihrer Heimat gewöhnlich nur schwer zu 
bewegen sind. So ist es auch allein der leichteren Beweg 
lichkeit des männlichen Geschlechtes zuzuschreiben, daß 
aus Rußland in der Hauptsache immer gerade männliche Per 
sonen nach Deutschland kamen, um sich hier als Zigarettenmacher 
zu betätigen, obwohl doch in jenem Lande bedeutend mehr Frauen 
als Männer in der Zigarettenindustrie tätig sind. 
Ein fester, schon längere Zeit bestehender, örtlicher Arbeiter 
stamm findet sich außer in Dresden überhaupt nur noch in den 
ostdeutschen Industrieorten, in denen die Zigarettenfabrikation 
auch schon lange einheimisch ist. 
Von den deutschen Zigarettenarbeiterinnen sind etwa zwei 
Drittel ledigen Standes. Unter den übrigen befinden sich neben 
verwitweten, geschiedenen und eheverlassenen auch viele ver 
heiratete Frauen. Von letzteren machten 122 auf den Fragebogen 
Angaben über den Beruf des Mannes. Es bezeichneten als 
solchen: siebzehn: Maurer, sechzehn: Arbeiter, sechs: Maler, je 
fünf: Fabrikarbeiter, Schlosser, je vier: Zimmermann, Schuhmacher, 
je drei: Zigarettenmacher, Kaufmann, Markthelfer, je zwei: Bahn 
arbeiter, Glasschleifer, Heizer, Klempner, Maschinist, Metallarbeiter, 
Musiker, Ratsarbeiter, Tiefbauarbeiter, je eine: Brauereiarbeiter, 
Buchdrucker, Bohrer, Drechsler, Eisendreher, Former, Fleischer, 
Fabrikportier, Gärtner, Kesselreiniger, Kutscher, Kohlenträger, Lager- 
gehilfe, Laternenwärter, Maschinenbauer, Maschinenschlosser, Me 
chaniker, Möbelpolierer, Metallschläger, Ofensetzer, Polierer, Preß- 
vergolder, Postbeamter, Papierschneider, Packer, Schraubendreher, 
Stanzer, Schmied, Schneider, Sattler, Steinschleifer, Tischler, Tier 
wärter, Tapezierer, Tabakarbeiter, Vergolder, Werkführer, Zigarren 
macher. 
Es ist durchaus kein Zufall, daß die Gatten einer besonders 
großen Anzahl von Zigarettenarbeiterinnen gerade Maurer, Maler, 
oder Zimmerleute sind. Vielmehr ist es gerade dem Saison 
charakter, der allen diesen Berufen in mehr oder minder großem
	        
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