Full text : Das Retablissement Ost- und Westpreußens unter der Mitwirkung und Leitung Theodors von Schön

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bb.  ein  großer  Theil  der  Donrainen  Bauern  die  baareZalungen,  wie  sie
angenommen  sind,  nicht  werden  leisten  können,  und  daß  hier,  um  das
in  seinen  Folgen  rackiealiter  verderbliche  Schenken  und  Niederschlagen
zu  verhüten,  andere  Leistungen  zu  substituiren  waren.
2.  Die  Regierung  zu  Marienwerder,  welche  ihrem  Standpunkte  und  insbesondere ­
  ihrem  Aufenthalts-Orte  nach,  die  allgemeinen  Verhältniße
weniger  zu  übersehen  imStande  ist,  ist  derAnsicht  des  isolirt  lebenden
Ackerwirths  gefolgt,  der  unbekümmert  um  den  Gang  der  Dinge  in
der  Welt  nur  hohe  Preise  haben  will  und  dem  Oouvernement  zumutet, ­
  daß  es  diese  besorge.  Sie  will  Getreide  Kauf.  Der  Bericht  zeigt,
daß  ihr  die  Uebersicht  des  letzten  Roggen  Ankaufs  Geschäftes  fehlt;
denn  ihre  Berechnung  des  dabey  stattgesundenen  bedeutenden  Verlustes ­
  ist  so  unrichtig,  als  ihr  der  große  Nachtheil,  den  diese  Operation
auf  die  Preise  in  Holland  und  so  auch  bey  uns  hervorgebracht  hat,
unbekannt  ist.  Sie  scheint  überhaupt  die  hohe  Landesväterliche  Absicht
bey  jenem  Roggen  Ankauf  nicht  zu  durchschauen,  wo  der  Landes  Herr
bey  den:  Anfange  der  Crisis  seinen  Untertanen  durch  den  Kauf  die
Absicht  des  Beistandes  zwar  zeigte  und  so  Ehrfurcht  gebietend  handelte,
aber  auch  voraussetzte,  daß  die  Untertanen  wohl  zu  der  Einsicht  kommen
würden,  daß,  wo  von  keiner  Oonjunütur,  sondern  von  dem  Gange
der  Produkzion  überhaupt  die  Rede  ist,  kein  Oouvernomvnt  die  Ordnung
aufheben  kann,  welche  Gott  einmahl  in  die  Welt  gesetzt  hat.  Sie  scheint
auch  selbst  vor  ihrem  Antrage  zu  erschrecken  und  will,  daß  nur  ein  kleines
Ouantum  gekauft  werde,  als  ob  eine  aufgestauete  Flut  nicht  furchtbarer ­
  tobt,  wenn  der  Dam  aufhört,  als  wenn  sie  sich  allmählig  verläuft, ­
  und  als  ob  nicht  das  geringere  Ouantum  jetzt  binnen  wenigen
Wochen  erreicht  und  dann  der  Fall  um  so  grober  seyn  würde.
Das:
„immer  einSilber-Groschen  mehr"  ist  gut,  wenn  man  das  Ouantum  in
seiner  Macht  hat;  hier  würde  aber,  da  der  Marienwerdersche  Bezirk  doch
nicht  geschlossen  werden  kann,  bey  der  diesjährigen  ErndtederWeg-Kauf
bedeutende  Summen  erforderen,  und  diese  Summen  würden,  weil  wir  im
nächsten  Jahre  gerade  auf  demselben  Punkt  seyn  würden,  nichts  helfen;
dazu  kommt,  daß  wir  bey  einem  Roggen-Ankauf  Maaßregeln  gegen
fremdes  Gut  nehmen  müßten,  denn  gerade  int  Marienwerderfcfien
Departement  ist  ein  großer  Theil  des  an  der  Grenze  gekauften  Roggens
von  einer  Oualitaet,  wie  er  dort  in  der  Regel  nicht  zum  Markte  kommt,
und  den  Pohlen  können  wir  doch  mit  unserem  baaren  Gelde  nicht  die
Preise  heben  wollen.
Ich  stelle  die  Beschlüsse  auf  beide  Berichte  untertänigst  und  gehorsamst
anheim,  und  füge  mein  Gutachten  wie  folget  bey:
            
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