Full text: Das Retablissement Ost- und Westpreußens unter der Mitwirkung und Leitung Theodors von Schön

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15000 Tlr. zusagte, falls es ihm gelänge, ein solches Darlehen mit einem 
öffentlichen Institut zu negotiieren. Er dachte erst, Jankendorf zu erwerben, 
hielt sich aber dann zurück, als von anderer Seite ein höheres Gebot erfolgte, 
als er erwartet hatte. Dann suchte er wenigstens Gilgenburg zu retten. 
Diesen Teil der Güter erwarb aber schließlich der bisherige Inspektor des 
Güterkomplexes, George Negenborn, zum Preise von 21150 Tlr. bei einem 
Taxwert von 29514 Tlr. Er erhielt ein landschaftliches Anlehen bis zur 
zulässigen Höchstgrenze, und die Bewilligung dieses Kredits wird kaum ohne 
Zustimmung des Generallandschaftspräsidenten Schön geschehen sein. Im 
übrigen finde ich in dem mir vorliegenden Material keinerlei Anzeichen 
dafür, daß Schön zuungunsten der Finckenstein in das seit Jahren schwebende 
Verfahren eingegriffen oder in diesem Sinne die Entscheidungen der Re 
gierung beeinflußt hätte^). Er hat sich nicht für sie ins Zeug geworfen, aber 
sein Verhalten ist, soviel ich sehe, völlig korrekt. Bei Beurteilung der An 
gelegenheit ist nicht zu vergessen, daß Graf Finckenstein schon für Jäsken- 
dorf aus dein Unterstützungsfonds 13780 Tlr. erhalten hatte und fein 
Bruder, der Graf von Finckenstein auf Schönberg, 22650 Tlr. 
Im Jahre 1833 wurde bei den Gerdaue ns chen Gütern des Grafen 
von Schlieben die Subhastation beendet^). Auch in diesem Falle stammt 
die ganz überwiegende Masse der Schuldeil aus der Zeit vor 1806, und 
wiederum spielen Abfindungen an Familienangehörige eine verhängnisvolle 
Rolle. Altschloß Gerdauen bekam im Jahre 1798 George Adam vonSchlieben 
zum Werte voir 120000 Tlr. Er mußte aber eine Schuld von 50000 Tlr. 
als Abfindung an Mutter und Geschwister auf das Gut eintragen lassen. 
Mit ca. 55000 Tlr. war das Gut schon 1777 Lei der Auseinandersetzung mit 
den Lehensvettern belastet worden. Nach 1806 sind nur 4000 Tlr. hinzu- 
gekommen. Die Schuld betrug 1825 ca. 106000 Tlr., die landschaftliche 
Taxe 130000. Aus der Subhastatioll erwarb den ganzen Güterkomplex 
Oberst Konrad Wilhelm Freiherr von Romberg für 88060 Tlr. 
Die Neuschloß-Gerdanenschen Güter waren mit 191418 Tlr. belastet 
und wurden auf 225343 taxiert. In der Subhastation kamen sie zum Ge 
samtkaufpreis von 182750 Tlr. an 8 verschiedene Erwerber; darunter 
findeil wir all erster Stelle den Oberst von Romberg, sodann Rittmeister 
Ernst voit Saucken, Frau von Rauter und fünf Bürgerliche. 
Schön hat sich um die Sanierung des Schliebenschen Besitzes besonders 
bemüht und hat es sich als Verdienst zugerechnet, daß er der Familie 
wenigstens Sanditteu erhalten habe. Mehr konnte der Staat seiner Über- 
0 Herr Graf Bonaventura von Finckenstein auf Jäskendorf hatte die Güte, 
mir mitzuteilen, daß sich in den Familienpapieren kein Nachweis fände, daß Schön 
bei deni Verlust der Güter eine Rolle gespielt habe. 
2 ) Grund- und Hypothekenakten des Erbhauptamts Gerdauen.
	        
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